wechselhaft - Freitagsgedicht

Gesicht

wechselhaft

 

Gestern war ich

professionelle Schwarzseherin.

 

Heute bin ich

voll fröhlicher Zuversicht.

 

Was werde ich

morgen sein?

 

Immer anders,

immer ich.


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Vorbei - Freitagsgedicht

Vorbei

 

Wie lange bin ich schon wieder

zu Hause?

 

Trete die Tretmühle?

Bewege das Hamsterrad?

 

Was stimmt nicht mit mir,

dass Urlaubsgefühle

so schnell verpuffen?

 

Was mache ich falsch?

 

Ich trete die Tretmühle

und dreh mich im Hamsterrad.



Dieses Gedicht ist der Abschluss einer kleinen Serie:

Gedicht 1 Tapetenwechsel

Gedicht 2 Die Leichtigkeit

 

Schreiben hat oft etwas Therapeutisches. Dieses Gedicht war ein Augenöffner für mich. Allerdings noch nicht beim Schreiben, als ich den Frust raus gelassen habe. Der Start nach dem Urlaub war nicht leicht, ein Problem nach dem anderen stürmte auf mich zu. Nach einigen Tagen, beim Lesen dessen, was ich da geschrieben hatte, kam die Erkenntnis.

 

Was stimmt nicht mit mir? Das ist eine Frage, die in die falsche Richtung zielt. Was stimmt nicht mit meinem Leben und wo kann ich etwas ändern?  Das sind die Fragen, die ich mir stellen muss.

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Die Leichtigkeit - Freitagsgedicht

Die Leichtigkeit

 

In der zweiten Urlaubswoche

ist sie da.

Ich spüre es.

Mich nervt nichts mehr.

 

Ich genieße es,

die nackten Füße in die

Sandalen zu schieben.

 

Alles ist schön.

Alles ist gut.

Das Urlaubsende ist noch fern.

 



Dies ist das zweite Gedicht zum Thema Urlaub. Vielen Dank für Eure Kommentare zum Freitagsgedicht der letzten Woche.

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Freitagsgedicht - Tapetenwechsel

Tapetenwechsel

 

Nicht nur die vier Wände,

auch die 33 Probleme

und die zwei nervenden Nachbarn,

 

die fünf ungeputzten Fenster

und die 13 unerledigten To Dos

hinter mir lassen.

 

Um leichter zu leben,

um die Welt anders zu sehen

und mich zu fragen,

 

wer ich bin,

ohne meine vier Wände

und dem Leben wie es ist.

 



Das ist das erste Gedicht aus einem kleinen Zyklus, der sich um die Zeit vor dem Urlaub, das Befinden mitten im Urlaub und den Gefühlen nach dem Urlaub dreht.

Geschrieben in diesem Sommer.

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Wort-Collage als Freitagsgedicht: Frisch machen

Wortcollage frisch machen

In diesem Sinne wünsche ich allen eine gutes Wochenende.

Vielleicht mit einem schönen Fehler?

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umschreiben - Freitagsgedicht

das steht auf einem anderen Blatt

umschreiben

 

wovon ich nicht reden kann,

davon muss ich schreiben.

 

ich schreibe es auf,

ich schreibe darüber,

ich schreibe es um.

 

immer noch steht

nichts von dem da,

was ich sagen wollte.

 

ich schreibe weiter,

bis das blatt sich

wendet.


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Flaschenpost - Freitagsgedicht

Aquarell nach Walter Kuphal
Aquarell nach Walter Kuphal

Flaschenpost

 

Schick mir eine Flaschenpost.

Gib mir ein Rauchzeichen.

Lass die Brieftauben fliegen.

 

Sag mir, dass du kommst.

 

Hörst du meinen Herzschlag?

Spürst du meine Sehnsucht?

 

Schick mir eine Flaschenpost.

Sag mir, dass du kommst.


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Worte finden sich ein - Werkstattbericht

diese

Leuchte in der Dunkelheit

schenkt Hoffnung

und

Worte

finden

sich jetzt

ein

 



Gestern wollte ich eine kreative Schreibwerkstatt anleiten. Logistische Probleme ließen uns an einem ganz anderen Schreibort landen, als wir es geplant hatten. Man hätte sich sehr darüber ärgern können. Aber wir genossen die Situation: Nun waren wir dort, wo die Küche und Gaststätte schon geschlossen hatten. Aber es war dort trotzdem noch ein Paar Wiener Würstchen aufzutreiben, für jeden, der das wollte. Nun saßen wir draußen und das ging, denn es war der erste warme Abend seit langem.

 

Wir saßen dort, wo zwei Wanderer vorbeikamen und nach einem Nachtquartier fragten. Wir konnten mit patriotischer Sachkenntnis der örtlichen Gegebenheiten weiter helfen.

Wir bekamen dort auch die Suche einer älteren Dame nach der vergessenen Handtasche im Gastraum mit, die an diesem Abend nicht mehr erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Hoffentlich hat sie ihre Tasche inzwischen wieder.

 

Zwischendurch schrieben wir. (Siehe das Fragment oben) Tauschten uns aus und machten das Beste aus allem.

Diese Haltung, fällt mir auf, taugt nicht nur für Ausnahmesituationen wie gestern Abend.

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Freitagsgedicht - Deine Mitte

deine mitte

Deine Mitte

 

Deine Mitte ist nichts,

was du festnageln könntest.

Sie wandelt und dreht sich

auf der Suche nach Dir:

auf dass auch du dich

beweglich zeigst.



In der Muse der Ostertage habe ich mir ein kleines Buch gemacht. Beim Verschneiden von Bauplänen bleiben manchmal schöne feste Papierstreifen übrig. Oft nehme ich mir die mit nach Hause. Diesmal bemalte ich die rechte Seite der Streifen, heftete alles zusammen und schrieb Texte zu den Bildern.

 

Diese Arbeitsweise - erst Malen, dann dazu schreiben - ist für mich genau richtig.

Das Buch ist eine Landvermessung meiner Wege und Gedanken und mir sehr wertvoll geworden.

das kleine dreieck hoffnung

Der Umschwung
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Vorher - Nachher. Freitagsgedicht

Ganz

vorher:

 

sich selbst verbiegen,

um reinzupassen.

 

alles geben,

um zu glänzen.

 

sich verausgaben,

weil nein sagen zu schwer ist.

 

nachher:

 

am boden liegen

und sich fragen,

wo die eigene größe

geblieben ist.


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Sommertraum - Summer Dreaming - DC

schwimmen

Ich liebe den Winter

mit Frost und mit Schnee

und träume doch heimlich

vom Sommer im See.

 

I love the winter
with frost and with snow
and dream only inwardly

of the summer by the sea. 

 

 

 

 

 

 

 

Katrins Drawing Challenge:

Reef

 


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Das Lächeln

Der Clown

Das

Lächeln

müssen

wir

noch

üben.



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Freitagsgedicht: Dereinst

Dereinst


Dereinst

im Weltgetümmel

hatte ich alles und

suchte nie lange.

Jetzt bin ich bange,

dass ich

in die Irre gehe,

die Verheißung

nicht mehr sehe

am zugesperrten

Himmel.

 



Im Rahmen von Sophie Paulchens frapalymo-Projekt entstand dieses Gedicht. Der Impuls hieß: vergessene Worte.

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Freitagsgedicht: Heute

Heute


Heute sieht die Welt

anders aus.


Da tanzen die Bäume

und winken die Berge.


Mein Herz

wirbelt mit.





Dieses Gedicht ist im Rahmen von Sophie Paulchens Lyrikmonat entstanden. Der Impuls hieß leise Dunkelheit.

Diese ungewöhnliche Wort-Kombination gefiel mir. So begann ich, nach Ähnlichem zu suchen: lautes Licht, flüsternde Dämmerung, singender Sonnenaufgang, tanzender Baum, winkende Berge. Und schwupps, aus den letzten beiden Paaren entstand etwas.


Die Sammlung der Gedichte zu diesem Impuls gibt es hier bei Sophie: Klick.


Mit winkenden, wirbelnden Grüßen verabschiede ich mich. Habt ein gutes Wochenende.


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Anzug - Freitagsgedicht

Anzug

 

Ihr wisst,

goldne Flügelchen

habe ich kaum.

 

Aber wie bald

hasche ich

hin und her,

 

geschickt genug

mich anzuziehen.



Im November wird bei Sophie Paulchen wieder täglich gedichtet. (Ich schrieb hier schon kurz darüber) Die Impulse sind gut und herausfordernd. Ich habe mich entschieden, jeden Tag den Impuls auf ein weißes Blatt zu schreiben und im Laufe des Tages immer wieder darauf zu notieren, was mir dazu einfällt. Das muss kein Gedicht werden. Druck möchte ich mir nicht machen, den habe ich in meinen anderen Welten schon genug. Dieses Schreiben ist nur zum Spaß und nur für mich. Es ist jetzt schon eine witzige Sammlung tiefer und banaler Gedanken und Ideen entstanden. Eine Vorratskammer für Zukünftiges.

 

Aber Freitags möchte ich doch immer etwas davon zeigen. Der Impuls zum 4.11. lautete, aus einem vorgegebenen Goethetext (ja, Goethe) Worte in der originalen Reihenfolge zu verwenden und ein Gedicht daraus zu machen. Diese Art des "Schreibens" mag ich sehr, praktiziere sie manchmal und habe auch schon meine Kursteilnehmer damit beglückt. (Das Foto oben erklärt vielleicht besser, wie es geht. Ein Klick macht es groß)

 

Was die anderen Gedichteschreiber aus dem alten Goethe heraus geholt haben, könnt ihr hier lesen.

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Fragmente - und was schreibt ihr im November?

Bevor der Tag

die Kreidekiste füllt,

sind die Taten

schon verzeichnet.


Die Lücken hingen

an der Wand.

Wer anhielt,

konnte sie

bewundern.


Passanten ergriffen

das Leben in Zahlen,

begriffen dabei aber

nichts.



In meinem Notizbuch fand ich einen Zettel mit diesen Zeilen. Irgendwann im letzten Sommer hatte ich sie geschrieben, auf irgendeine experimentelle Art und Weise, an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Solche Fragmente sind ein lebendiges Beispiel, wie viel Freude man am Schreiben haben kann, es muss nicht sofort etwas druckreifes herauskommen. Das Tun an sich ist das Wichtigste, finde ich.


Nun naht der November, der bei vielen ein traditioneller Schreibmonat ist. Richard Norden berichtet darüber und zeigt Alternativen zum NaNoWriMo. Ich mag seine Idee, sich ein eigenes Schreibziel für den November zu setzen.


Der FraPaLyMo - Der Lyrikmonat von Sophie Paulchen ist eine lyrische Variante des Schreibmonats November. Ich war schon ein paar Mal dabei - immer mit Gewinn. Ob ich mich diesmal wieder darauf einlasse? Jeden Tag ein Gedicht nach den Impulsen von Sophie? 


Noch bin ich unschlüssig. Noch ist ja Zeit. Eines ist sicher, geschrieben wird sowieso!


Was schreibt ihr im November?


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Oberlausitz - Gedichte aus dem Märchenland

Dornröschenschlaf

 

Interpretieren wir

die blühenden Landschaften

hinter dem Bahnhof

doch als Dornenhecke.

Dann haben wir schon 25 Jahre

Dornröschenschlaf hinter uns.

Bald kommt der Prinz und

küsst uns wach.

Ganz bald.


Fast alles da

 

Den Kuchen holen wir beim

Schwertner-Bäcker.

Wein ist diese Woche beim Aldi

im Angebot.

Eine reichliche Auswahl an Großmüttern

liefert uns die Seniorenresidenz.

Und Wölfe sind bei uns

schon lange keine Seltenheit mehr.

Doch wo finden wir ein junges Ding?

Wo ist Rotkäppchen?

Die studiert jetzt im Westen.


 


Heimatland

 

Mag es weit weg sein

für die Entfernten

Hinter den sieben Bergen

 

Mag hier nicht los sein

für die Gelernten

bei den sieben Zwergen.

 

Ich mag es.

von ganzem Herzen

oft auch mit Schmerzen.

 

Nicht auszudenken, wer ich wäre

ohne dich und die sieben Berge,

meine Heimat, du bist die schönste

im Land.




Diese Gedichte habe ich für die Lesebühne in Kamenz, fürs Poetenbrettl geschrieben. Letzten Freitag las ich diese und weitere Texte aus meiner Werkstatt. Bei solchen Veranstaltungen kann es einem leicht passieren, dass man den Mut zum eigenen Schreiben verliert. Die anderen Autoren sind so gut! Aber diesmal fuhr ich voller Ermutigung und sehr angeregt heim.


Meine Gedichte über die Oberlausitz sind zwar voller lokaler Anspielungen, aber ich denke, sie sind trotzdem allgemein verständlich. Ansonsten fragt mich!

Mano zeigt wunderbar passend gerade heute einige Bilder aus dieser Märchenwelt - aus der Oberlausitz und aus Sachsen. Ihr Blick als Besucherin und meiner als Ureinwohnerin ergänzen sich gut.


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Esel ich

Esel ich

 

Ich bin ein Esel,

renne der baumelnden Möhre nach.

Die Möhre. Die Möhre.

Ich renne und renne und

merke nicht,

was für ein Esel ich bin,

wo ich Möhren doch

gar nicht mag.

 

Wenn ich stehen bliebe

und mal nachdächte -

denke - denke -

was ich denn mag und

wofür es sich zu rennen lohnt,

dann wäre ich

nicht mehr so ein Esel.

Weil ich aber ein Esel bin,

renne ich weiter.

 

Und lerne die Möhren zu lieben.

 



 

Hiermit lasse ich meine gute alte Tradition des Freitaggedichtes wieder aufleben. Heute wurde ich inspiriert durch ein bildhaftes Blogstöckchen von Gitte.

Und - welcher Möhre rennt ihr hinterher? Liebt ihr sie?

 

Heute Abend lese ich in Kamenz beim Poetenbrettl. Auch Gedichte. Mit Lokalkoloriet und so.

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The key in her pocket - Der Schlüssel in ihrer Tasche - DC

The Key - Der Schlüssel

In der Tasche

 

Den Schlüssel zu Omas Haus

hat sie immer in ihrer Tasche.

Die Oma ist tot,

das Haus steht nicht mehr.

Sie hat den Schlüssel

immer in ihrer Tasche.

Einmal wird sie eine Tür

finden, zu der dieser

Schlüssel passt.

Dann wird sie wieder

zu Hause sein. 

In her pocket

 

The key to grandma's house

is always in her pocket.

Grandma is dead.

The house no longer stands.

She always has the key

in her pocket.

Once she will find a door.

The key fits this door.

Then she will be

at home again.




This Weekends drawing challenge POCKET by Veronica. Please go and see in lots of pockets.

Dieses Wochenende gibt es bei Veronica die Drawing Challenge POCKET. Bitte schaut auch bei den andern in die Taschen.

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Heutzutage. Hierzulande.

Heutzutage. Hierzulande.

 

Gedanken werden

zu Brandsätzen.

Abgründe reißen auf.

 

Welcher Satz kann

zum Einsatz kommen,

um Brücke zu bauen

 

über die Abgründe,

die aufgerissenen?

 

Welchen Satz

machen wir darüber?


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wegwerfend

wegwerfend

 

der schutt,

den die bauarbeiter

in den Container

gekloppt haben,

ist zur

tragschicht

geworden

 

die fetzen,

die die schneider

weggeschmissen haben,

sind zum

festkleid

geworden

 

der mensch,

den alle

abgeschrieben

haben,

ist

kostbar

 

 


Variation über Matthäus 21 / Psalm 118 Vers: 22

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

 

In loser Folge werde ich bis Ostern weitere Texte veröffentlichen, die sich mit der Bibel beschäftigen.

 

Mehr Tiefgang gewünscht? Hier steht, warum Scherben manchmal tatsächlich Glück bringen können. Und hier finden sich Gedanken über unseren Umgang mit Sprache, die mich gerade sehr beschäftigen.

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Freitagsgedicht - Todestag

Heimat - Gemälde von Stefanie Seltner
Heimat - Gemälde von Stefanie Seltner

Todestag


Euch wunderts, das ich fröhlich bin?

Ich trage dich im Herzen drin,

das kann mir keiner nehmen.


Erstarrt war ich für lange Zeit.

Als Sinn und Hoffnung meilenweit

von mir entfernt gewesen.


Mein Reichtum wächst jetzt in mir drin.

Auch Tod und Abschied machen Sinn.

Der Schmerz erzählt vom Leben.


Euch wunderts, das ich fröhlich bin?

Ich hüte dich im Herzen drin.

So kann ich weiter leben.




Post von Stefanie Seltner
Post von Stefanie Seltner

Kürzlich habe ich das Gemälde "Zuhause" von Stefanie Seltner gekauft. Es bedeutet mir viel, hat mich zu obenstehendem Gedicht inspiriert und steht jetzt auf meinem Arbeitsplatz. Post von Stefanie zu bekommen, das ist wie ein kleines Fest.

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Freitagsgedicht - Bilanz


Bilanz


Mein

Hoffnungs-Los

ist eine

Niete.



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Freitagsgedicht - Künstlerdasein

Künstlerdasein

 

Ich rate ab,

sagt der Maler.

Es ist immer wieder

Kampf und

Zweifel und Not.

Jeden Tag neu.

Nie ist man fertig.

Ich rate ab.

Freilich,

ich will kein

anderes Leben

haben.

 

 


Inspiriert durch Otto Niemeyer Holstein.

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Freitagsgedicht zur Frühlingspost

Frühlingspost

 

 

 

Wandel

 

Das Blütenmärchen am Baum

verwandelt sich in Kirschenglück

und hinterlässt uns Winteräste,

die lange träumen

vom Blütenmärchen am Baum.



Meine Frühlingspost. So sieht sie aus. Das Gedicht entstand erst, nachdem ich die Karten an alle von Gruppe 8 losgeschickt hatte.

 

Anbei noch einen Einblick in die Entstehung. Ich habe benutzt, was ich im Hause hatte. Der Druck wurde so groß wie meine letzte Gummiplatte. Nur Rot war in ausreichendem Maß vorhanden ...


Entwurf und Schnitzerei
Entwurf und Schnitzerei
Probedruck - ich bin zufrieden
Probedruck - ich bin zufrieden
Massenproduktion
Massenproduktion

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Freitagsgedicht - inspiriert von Stefanie Seltner - beherzt

 

 

 

Stefanie Seltner
Zeichnung von Stefanie Seltner

 

 

Beherzt

 

 

Alles für

die Katz?

 

Na und?

Ich liebe

meine

Katze.



 

 

Schon seit einiger Zeit arbeite ich mit Stefanie Seltner zusammen - wir inspirieren uns gegenseitig mit Bildern und Texten. Für mich ist das zur Zeit die beflügelndste Sache in meinem Leben.

Noch sind unsere Ergebnisse nicht reif, fertig oder vorzeigbar -  einen kleinen Einblick wollen wir trotzdem geben.

 

Morgen eröffnet in Köln diese Ausstellung mit zwei Bildern von Stefanie. Schade, dass es für mich zu weit ist weg ist. Vielleicht ist jemand näher dran und kann sich die Ausstellung ansehen?


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Freitagsgedicht - Fragen an meinen Steuermann

 

Fragen an meinen Steuermann

 

Kann ich die Ströme

meines Lebens

lenken?

 

Oder meine

Gehirnströme?

 

Das Blut in

meinen Adern?

 

Das Rauschen in

meinen Herzkammern?

 

Oder hab ich nur mein

Lebensschiff?

 

Kann ich etwas

lenken?

 

Oder sollte ich

mich

treiben lassen?

 


 

Wem dieses Freitagsgedicht bekannt

vorkommt:

hier habe ich den ersten Entwurf

aus meinem Notizbuch schon gezeigt.


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Freitagsgedicht - Blinde Hoffnung

Blinde

Hoffnung

 

Ein Eckchen

Grün

ist uns

geblieben.

 

Solange du

darüber

sprichst,

kann ich

es 

sehen.

 

Sprich 

weiter.


 

Nach einem Gemälde von Annette Selle.


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Freitagsgedicht - Brücke

Brücke

 

Über diesen

Abgrund

muss ich

mir

selbst

die Brücke

sein.

 

 


 

Nach einer ungeplanten Blogpause melde ich mich zurück. Es bewegt mich viel. Nicht alles davon muss gleich im Blog landen. Aber dieses Gedicht dann doch.

 

 


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Freitagsgedicht - Zwischen den Jahren

 

Zwischen den Jahren

 

Norwegen im Großformat:

ich blättere im Kalender 

für 2014

 

Zwischen September

und Oktober ein Werbeblatt:

Die neuen Kalender für 2015

sind da

 

So eilig hab ich es nicht.

Leg den Kalender beseite.

Noch ist 2013!

 


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Freitags-Wunsch-Gedicht

Foto: Ghislana Poppelbaum
Foto: Ghislana Poppelbaum

Aufgefangen

 

Knorrige Arme

fangen mich auf.

Halten meine

Träume fest.

 

Auf dass

die Träume

bleiben

und mich

das Fliegen

lehren.



Ghislana hat sich ein Gedicht gewünscht. Zu diesem Bild. Bitte sehr. Es war mir ein Vergnügen.

 

Vielen Dank an alle, die uns, meinen Blog und mich, zur Geburtstagswoche hier besucht haben.

 

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Freitagsgedicht - Gebet eines Dichters

 

Gebet eines Dichters

 

Komm Gedicht,

aus der Tiefe.

 

Komm,

als ob mein Herz dich riefe.

 

Komm,

erquicke meine Seele,

 

dass

ich keinen Reim verfehle.

 

 


 

Zur Zeit halte ich einen Kurs in kreativem Schreiben ab. Alle Übungen, die ich den Teilnehmern aufbrumme, erledige ich natürlich auch selbst.

Dieses Gedicht, dass ich sehr mag, ist ein spontanes Ergebnis einer solchen Schreibübung.

 

Allen ein gutes herbstschönes Wochenende.

 



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Freitagsgedicht - (ver)tröstung

 

(ver)tröstung

 

dann winkt dir

eine Überraschung.

 

kann sie das denn,

winken?

 

warte es ab!

 

 


Das Leben hier im Blog ist ruhiger geworden, was bedeutet, dass dieses Weniger für mich gerade wichtig ist.

 

Trotzdem: ihr könnt immer noch Stichworte oder Bilder für Gedichte liefern, die ich im Oktober zu meinem Bloggeburtstag schreiben möchte. Also, lasst mich nicht in meiner Ruhephase erstarren...


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Freitagsgedicht - Schwarz

Schwarz

 

Schindelschwer

mein

Panzerkleid

 

mein Schutz

an schwarzen Tagen

 

es aus zu ziehn

gelingt

nicht mehr

 

mein Schutz

an schwarzen Tagen

 

wird auch

im Licht

getragen

 


 

 

Inspiriert zu diesem Gedicht wurde ich durch ein Gemälde von Antette Selle, dass ich in der Ausstellung Lieder aus Farbe in der Klosterscheune Zehdenick sah.

 

Das Gedicht ist eine erste "Schreib-Frucht" meines Sommerurlaubs.

 


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Freitagsgedicht - du und ich

du und ich

 

nebeneinander,

aufeinander zu:

ein staunendes

miteinander.

 

den weiten weg

gemeinsam gehen,

selbstverständlich

nun.

 

beim blick

zurück

das wunder

wieder sehen:

 

du und ich

ich und du

miteinander

nun



 

Zwar machen die Freitagsgedichte Sommerpause. Aber weil der 2. August auf einen Freitag fällt, gibt es diese Ausnahme. 


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Freitagsgedicht - Stillstand, rückwärts

 

 

Stillstand, rückwärts

 

Auf diese Straßenbahn

warte ich mein Leben lang.

 

Sie fährt seit neunzig

Jahren nicht mehr.

 

Ich weiß das,

ich schaue gern zurück.

 

Auf meine Straßenbahn

warte ich noch immer.

 

Ich weiß das,

ich schaue gern zurück.

 

 

 


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Freitagsgedicht - Tod im Garten

Heckenrose vom Regen gebeugt

Tod im Garten

 

Trauer zu tragen,

kann man 

Blumen 

nicht 

befehlen.

 

Sie 

blühen 

weiter.


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Freitagsgedicht - Klickgedicht - Erlaubnis

 

 

Erlaubnis

 

Paul Klee

hat

Engel

gemalt.

 

Dann

darf

ich

das auch.

 

 

 



 

 

 

Heute gibt es eine neue, selbst erfundene, experimentelle Gedichtform: das Klickgedicht.

Beim Klick auf die Links innerhalb des Gedichtes öffnen sich Seiten, die tiefer hinein führen. Oder die Inspirationen zeigen, die mich zu diesem Gedicht führten.

 

Trotzdem sollte so ein Gedicht auch ohne Klicken verständlich sein. Mir geht es in diesem Gedicht um die Beschränkungen, die wir  im Kopf haben, trotz all der Kreativität, derer wir uns rühmen.


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Freitagsgedicht - Hochwasser

Hochwasser

 

Selbst schuld!

Warum wohnt ihr so

nah am Wasser.

 

Selbst schuld!

Warum lernt ihr

nichts daraus?

 

Selbst schuld,

wenn ihr gegen

Wasser,

Feuer,

Krankheit

und Tod

machtlos seid.

 

Mir könnte das

nicht passieren.



 

Für dieses Gedicht gibt es leider aktuelle Anlässe. Hier in der Oberlausitz sind wir glimpflich davon gekommen. Obwohl wir auch zitterten: Steigt das Wasser weiter?

 

Freuen können wir uns über die entschärfte Hochwasserlage nicht so recht, weil anderswo die Situation weiterhin schrecklich ist.

 

Ich ärgere mich sehr über Mitmenschen, die jetzt alles besser wissen und sich in Sicherheit wiegen. Denen ist dieses Gedicht gewidmet.


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Freitagsgedicht - Worte brauchen Ruhe

Worte brauchen Ruhe

 

Schreiben ist

wie Gießen.

Erst braucht die Pflanze

einen kräftigen Guss,

dann muss sie trocken

gehalten werden.

 

Meine Worte brauchen

Ruhe.

Verdorren aber

dürfen sie

nicht.

 

Welke Blätter zeigen

kranke Pflanzen und

trockne Texte

an.


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Freitagsgedichte - aufgefangen

aufgefangen


 

balancieren

im

sonnenschein

ist schwer

genug.

 

wie soll

ich seillaufen

in der nacht?

 

das mondlicht

fängt dich

auf.

 


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Freitagsgedicht - ostern

ostern

 

sie haben dich festgenagelt

     wir machen frühjahrsputz

 

du wirst ins grab gelegt

     wir hängen bunte eier auf

 

du bist auferstanden

     wir lassen uns den osterbraten schmecken

 

du bleibt bei uns alle zeit

     ok


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Freitagsgedicht - Nachtgedanken

 

 

Nachtgedanken

 

Aufgeschreckt und glücklich nun.

Endlich gibt es was zu tun:

 

Arbeit, wie für mich gemacht!

Alles in mir singt und lacht.

Richtig wach; der Traum vorbei,

hab ich Kinder, bin nicht frei.

 

Lege mich zurück ins Kissen.

Tröste ich mich mit dem Wissen,

das in meinem engen Rahmen

ich halt muss mein Leben planen.

 

Ist ein Bild denn ohne Wert,

weil es klein und weltbeschwert

hängt an der alltäglich Wand?

Was raubt mir hier den Verstand?

 

Und den Schlaf? Ich seufze tief.

Ach die Geister, die ich rief.

 

 

 


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Freitagsgedicht - Neu?

Neu?

 

 

Ist mein Morgen heut

ein neuer Anfang?

 

Oder ist es wie das Aufstehn

nach der kurzen Rast?

 

Heißt es also Weitergehen,

mit dem allzu schweren Rucksack?

 

Immer weiter, weiter, weiter auf dem alten Weg?

Was ist neu an diesem Morgen?

 

Die Träume, die ich träumte,

in der Nacht.

 

 


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Freitagsgedicht - Heute

 

 

 

 

 

 

 

1. März

 

 

Heute

 

Heute beginnt der Frühling,

das hab ich im Gefühl.

Die Wissenschaft gibt mir recht:

meteorologischer Frühlingsanfang

 

Als ich klein war,

war heute der Tag der NVA,

mit langweiligem Appell auf dem Schulhof.

 

Bei den alten Römern

fing heut das neue Jahr an.

Wo sind die Böller?

 

Und ohne den Beginn

der böhmischen Brüderkirche,

den man heute begeht,

gäbe es wohl meinen frommen Heimatort

Herrnhut nicht…

 

Das ist mein Tag:

voller Geschichte und Frühlingshoffnung.

Welch ein Glück

(in einem Schaltjahr)

am ersten März geboren zu sein.


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Freitagsgedicht - Umwerfend sein

Umwerfend sein

 

Klötzchen auf Klötzchen

ein schöner bunter Turm.

Rumms!

Du kicherst beim

umwerfen

und baust einen neuen.

 

Stein auf Stein

mein wackeliger Alltag.

Ängstlich schaue ich

ihn an.

Die Freude am Umstoßen

hab ich verlernt.

 

Es gibt nichts Neues.

 

Umwerfend

möchte ich wieder sein.


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Freitagsgedicht per Computer - alles egal

alles egal

 

hohe lust auf überhaupt.

auf burnout?

mir egal.

 

sehe vierten im gericht

und jeden hab ich

in verdacht.

alles ist egal!

 

keiner kommt hervor.

es ist gar nichts.

alles!

 

ich?

mir egal.



 

Das heutige Gedicht ist mit Hilfe des Computers entstanden. Und zwar so:

 

Als erstes habe ich bei g**gle alles egal eingegeben und folgendes gefunden, das mir notierenswert erschien:


Jedem vierten ist alles egal

 

Ich hab überhaupt keine Lust auf gar nichts

 

Verdacht auf Burnout

 

Mir ist alles egal.

 

Vor Gericht und auf hoher See

 


Für ein flarf war es mir zu unergiebig, deshalb warf ich das ganze in den wunderbaren Gedichtautomaten ein.

 

Der spuckte folgendes aus:


hoher lust auf überhaupt

auf burnout

mir egal

see vierten gericht

und jedem hab verdacht

alles ist egal

keine auf vor

ist gar nichts alles ich

 


Das gefiel mir. Ich bearbeitete es ein wenig - hier kursiv gekennzeichnet, und schlief dann eine Nacht darüber.


hohe lust auf überhaupt

auf burnout

mir egal

sehe vierten im gericht

und jeden hab ich in verdacht

alles ist egal

keiner kommt hervor

es ist gar nichts

alles

ich


 

 

Am nächsten Tag fügte ich Absätze und Satzzeichen ein. Nach langem überlegen kam noch eine Schlusszeile hinzu, die zwei Wörter aus dem Gedicht wiederholt. Titel wurde alles egal nachdem ich erst gar nichts nehmen wollte.

Dann ab mit dem Ganzen in den Blog als Freitagsgedicht, so wie es oben zu lesen ist.

 

Dichten mit Hilfe des Computeres macht Spaß. Erstaunlich ist, das man am Ende bei einer persönlichen Aussage ankommt. Ich denke, dass liegt daran, dass man aus dem gesammelten und gewürfelten Material etwas ganz Eigenes macht. Die Technik fügt dem Neues hinzu, ungeahnte Aspekte oder Kombinationen.

 

hohe lust auf überhaupt - das wäre mir so nie in den Sinn gekommen. Doch es drückt eine Stimmung aus, die mir vertraut ist.

 

Wem am Wochenende langweilig sein sollte, der kann aus dieser Langeweile ein schönes Gedicht machen - mit oder ohne Computer. Viel Spaß.

 



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Freitagsgedicht - Heute zu

 

 

Heute zu!

 

Dichte Zeiten

halten mich

heute hart umschlungen.

 

Aus dem

zu gepressten Tag

kommt kein Laut gesprungen.

 

Ist der Tag nicht ganz so dicht,

entschlüpft es mir:

das Gedicht.

 

 

 


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Freitagsgedicht - Höre

 

 

Höre

 

Ein Satz,

leise.

Nur für Dich.

 

Du aber

willst mehr

Einsatz

sehen.

 



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