Frischer Wind - Freitagsgedicht

 

 

Ich brauche frischen Wind

um meine Krone

denn meine Krone sieht man

heute leider nicht

 

Das Alltagsgrau

verdeckt meine Talente

Ich geh ans Freie und hol

sie zurück ans Licht

 

Geh durch den Wald

und finde mich dort wieder

wo Baum und Vogel

gut und weise zu mir spricht

 

Ich brauche frischen Wind

um meine Krone

Was in mir wohne fließt  

in mein Gedicht

frischer Wind Artjournal


 

Dieses Gedicht schrieb ich beim letzten Treff unserer kreativen Schreibgruppe. Wir hatten uns in der Woche zuvor ein Theaterstück über Hildegard Knef angesehen und uns darüber geschrieben. Auch ein Liedtext von ihr (Ich brauch Tapetenwechsel) war Schreibanregung und Startpunkt für dieses Gedicht.

Das Lied summte noch tagelang in mir... schließlich entstand in meinem Skizzenbuch das Bild.

 

Nach langer Pause bin ich zurück auf dem Blog, es gibt wieder ein Freitagsgedicht. Jetzt klopfe ich mir selbst auf die Schulter und freue mich, dass ihr da seid. Ohne Leser ist Schreiben nur halb so schön.

 


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Regen - Freitagsgedicht

Traumreise mit Sonnenschirm

Regen

in Zeiten

der Dürre

 

wenn

der Himmel

vor 

Erleichterung

weint



Diese Collage von Marga mit den wunderbaren Schirmen... wer denkt da nicht an den Regen, den wir ersehnen?

Wenn tatsächlich ein paar Tropfen fallen, dann stehen mir Tränen in den Augen. Endlich! So, damit habt ihr die Entstehungsgeschichte für dieses Gedicht.

 

Diese dritte Collage stammt aus der Reihe Traumreise der Sommerpost 2018.


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Lebenskunst - Freitagsgedicht

Collage von Claudia
Collage von Claudia

Lebenskunst:

 

die Augenblicke

aneinander reihen

 

zu einer langen

Kette

 

die mein Leben

schmückt mit Glück



Sommerpost zum Thema Traumreisen: diese zweite Collage kommt von Claudia. Dankeschön!

Ich habe mir vorgenommen, zu allen Collagen ein Gedicht zu schreiben. Diesmal war das schwer, da mich der Text auf der Collage selbst in seinen Bann gezogen hat. Die genähte Form der Gestaltung und das Wort Augenblick waren letztendlich die Auslöser...

 

Die dritte Collage ist gestern angekommen, das passende Gedicht entsteht hoffentlich im Laufe der kommenden Woche. Ich brauche immer Zeit, um mit einem Thema in aller Freiheit umzugehen. Meist erscheinen die Worte dann von ganz alleine auf dem Papier.

 

Auch meine eigenen Collagen sind schon fast fertig, obwohl ich erst Ende August dran bin.

Aber ich habe die letzten freien Tage genutzt, bevor ich wieder in die Schule gehe ;))))

 

Sommerpost 2018 - Mailart - Traumreisencollagen

Das Gedicht zur ersten Collage von Evelyn

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Beides - Freitagsgedicht / Sommerpost

Traumreise von Evelyn

 

wir brauchen 

beides,

die weite des 

meeres 

und den

rettungsring.



Collagen werden verschickt. Postkunstwerke zur Sommerzeit. Ich habe mir vorgenommen, zu jeder Collage ein Gedicht zu schreiben. Die wöchentlichen Collagen passen so schön zu meinem wöchentlichen Freitagsgedicht.

Heute zeige ich die erste Collage von Evelyn - Schere Stift Papier

 

Sommerpost 2018: Traumreisen 


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Geknickte Grüße - Freitagsgedicht

 

 

Ich wollte dir schreiben vom Höhenglück,

mit Weitblick, Ausblick und Gipfelkick.

Doch gleich am Anfang bin ich umgeknickt.

Jetzt ist mein rechter Fuß ganz dick.

Und ich muss auf dem Boden bleiben

und geerdete Sachen schreiben.

Auch das hat seinen Reiz.

Viele Grüße aus der Sächsischen Schweiz.

 

 



So erging es mir letzte Woche im Urlaub. Ich befinde mich im Einklang mit Mano.

Inzwischen hat der Alltag mich wieder, das Fernstudium hält mich in Atem und der Fuß ist fast wieder gut.

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einander grün - Freitagsgedicht

 

dein lachen ist unser sonnenschein.

ohne meine tränen bleibt uns

nur eine wüste.

 

 

ein mensch allein verdörrt.

lass uns einander grün sein. 

 



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Ziel: Freitagsgedicht


Collage Melancholie

 

Ziel:

 

ein reifer Mensch

zu werden in einer

rauen Welt;

ein Mensch,

der trotz allem

die Hoffnung behält.

 

 



Dieses Freitagsgedicht entstand auf den Impuls von Sophie Paulchen hin, die gerade eine Lyrikwoche veranstaltet. Der Impuls für diesen 5. Tag lautet: Raureif.

 

Hier sind alle Gedichte zum Raureif nachzulesen.

 


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Am Morgen - Freitagsgedicht


Träumend Collage

Am Morgen

 

Am Morgen springen und singen 

die Glückskinder des Lebens.

 

Meine Freude aber 

schläft noch.

 

Du hälst mir den Wecker vor die Nase

und rufst "Guten Morgen!"

 

Ich ziehe vors Gesicht meine Hände,

bin noch nicht bereit fürs Tageslicht.

 

Noch tragen meine Träume mich sanft

über die Bettlaken.



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Umbruch - Freitagsgedicht

sketchbook

zwei stimmen in mir

 

die eine, die jammert und klagt

altbekannt doch nicht mehr

mit alter kraft

 

die andere, die neue stimme

die zaghaft aber unbeirrt

von fröhlichem vertrauen spricht

 

sie macht mich staunen

 

 

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Das ist kein Scherz - Freitagsgedicht

Frühling am Rotstein Oberlausitz

Ich bin der Frühling

 

Ich komme im März

das ist kein Scherz

Ich bleibe im April

und mache was ich will

 

Dann im Mai

nach mancher Liebelei

ist es mit mir vorbei

 

Ich gebe meinen Staffelstab

an den heißen Juni ab

Der singt dann fröhlich

Sommerlieder

der Herbst stimmt ein

und der Winter kommt wieder

 

Doch keine Bange

das dauert nicht lange

im nächsten März um vier

steh ich vor eurer Tür



Das Schweigen auf dem Blog - als hätte es mir die Sprache verschlagen. Was nicht ganz stimmt, denn sonst wäre obiges Gedicht nicht entstanden.

Und doch, der März hat mich gebeutelt. Aber jetzt ist April. Und ich verordne mir Zuversicht. 

Kurz gesagt: ich bin wieder hier.

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Kein Kompass - Freitagsgedicht

Artjournal

Kein Kompass

 

Das hygge Bild des Nordens

Das einseitige Bild des Ostens

Das sonnige Bild des Südens

Das goldene Bild des Westens

 

Die Wirklichkeit.



Zeitungsüberschriften sind genau richtig fürs kreative Schreiben. Hier habe ich den Text um eine Überschrift herum geschrieben.

Das macht Spaß und bringt neue Ideen auf den Schreibtisch.

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Pendler - Freitagsgedicht

#constructklee

 

pendeln zwischen

alltäglichkeit

und chaos

(bekloppt,

bescheuert,

befreit)

 

es wäre ja auch sehr fade

ginge alles gerade

aus

 



 

Gerade ist mein Kopf überlastet. Ich arbeite intensiv auf einen Abgabetermin nächsten Montag hin. Gleichzeitig ist eine große Familienfeier vorzubereiten, die morgen über die Bühne gehen wird.

So anstrengend das auch ist, ich genieße es! 

Und freue mich trotzdem auf ruhigere Zeiten...

 

Kennt ihr das auch?

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Im Baumhaus - Freitagsgedicht

Baumhaus

 

Im Baumhaus

 

Es ist die Baumkrone,

in der ich jetzt wohne.

Mein Baumhaus hier oben,

der Erde enthoben.

An meiner Seite:

nur Luft und Weite.

Mein Wurzelhalt:

ein ganzer Wald.

Es ist die Krone,

wie ich jetzt wohne.



 

Dieses Gedicht entstand in Rahmen der lyrischen Heimatwoche bei Sophie Paulchen. Mir wurde erst beim Schreiben klar, dass Baumhäuser in meinem kreativen Schaffen immer wieder auftauchen. Ich denke, der Traum vom Baumhaus wird genährt von dem Wunsch, in der Natur zu Hause zu sein.

Die Illustration stammt aus meinem Buch, dort spielt ein Baumhaus eine wichtige Rolle.

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Fremdheimat - Freitagsgedicht

Oberlausitz

Fremdheimat

 

Wann wurde mir Heimat zur Fremde und Qual?

Das kann ich dir ganz genau sagen.

Ist noch gar nicht lang her, es war nach der Wahl,

an diesen beschissnen Septembertagen.

Mehr als vierzig Prozent wählten hier Aaeffdeh.

 

Seitdem tut die Heimat mir weh.



Zur Zeit läuft bei Frau Paulchen die Lyrikwoche zum Thema Heimat. In meinem Fall ist das leider kein kuscheliges Thema.

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Hinauf - Freitagsgedicht

Die Straße entlang, 

den Berg hinauf. 

Dichter wird der Nebel, 

je höher ich komme. 

Auf dem Gipfel ist er so dicht, 

ich könnte mir Stufen

in den Nebel kneten. 

Ich würde auf ihnen 

hoch steigen, 

oben angekommen

das Nebelfenster 

wie eine Luke öffnen

und in den blauen blauen

Himmel blicken. 



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Wie man Deutschland hinter sich lässt - Freitagsgedicht

 

Vorbei an den Drei Gleichen

Dem Habichtfang ausweichen

Den Rodablick ertragen

Am Steinberg nicht verzagen

Um Ohorn schnell sich drücken

Das Löbauer Wasser überbrücken

Am Wacheberg verschnaufen

An der Neiße über die Brücke laufen

Drüben nicht versinken

In Polen auf Deutschland trinken

 


Ein Gedicht aus der Sparte: Schreiben macht Spaß.

Dieses Gedicht verdankt sich dem Impuls von Sophie Paulchen: Dichten mit den Namen von Autobahnparkplätzen!

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In einem Satz - Freitagsgedicht

gelliprint punkte

In einem Satz

 

Solange dein Vorsatz

nur ein Satz von Ideen ist, 

den du so nebenbei

mit ins neue Jahr 

genommen hast, 

passiert gar nichts. 

 

Nimm deinen Vorsatz. 

Spring mit einem Satz 

mitten hinein 

in deine Träume. 

 

Dann kannst du was

erleben. 

 


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80 Seiten - Freitagsgedicht


80 Seiten

 

Mein neues Notizbuch

hat 80 weiße Seiten,

die gefüllt werden wollen,

mit Bildern und

mit Worten.

 

Mein neues Notizbuch

hat ein Linienblatt

mit Zeilen und mit Kästchen

fürs Kleinkarierte.

Ich brauche keine

Vorschriften!

Das Linienblatt

landet im Papierkorb.

 

Mein neues Notizbuch

schenkt mir Freiheit.


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Freitagsgedicht - Mein Vorrat

grünes licht

Mein Vorrat

 

Ich pflücke die lichten Momente,

lagere sie kühl und trocken,

auf dass sie frisch bleiben,

mir Nahrung sind

in dunklen Zeiten.

 

Ich pflücke die lichten Momente.



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Du kannst alles erreichen - Freitagsgedicht

Metro Prag Du kannst alles erreichen

Du kannst alles erreichen

 

Der Erfolg ist in dir

Befreie deine innere Kraft

Denke nach und werde reich

 

Das Universum

kennt die Lösung

deiner Probleme

 

Atme dich schlank

und werde reich

 

Du kannst alles erreichen



Dieses Gedicht besteht ausschließlich aus Titeln von Selbsthilfebüchern. Mir bereitet diese speziellen Literatur Unbehagen. Sie verkündet das Credo unserer Zeit: Du kannst alles erreichen. Ein Machbarkeitswahn, der mit schönen Versprechen lockt. (Deshalb verkaufen sich diese Bücher gut.) Wenn es nicht klappt, dann bin ich selber schuld. Dann habe ich meine innere Kraft noch nicht ausreichend befreit.

 

Dazu kommt in diesen Büchern der Apell, sich selbst zu optimieren. So, wie du bist, bist du nicht gut genug.

 

Was haltet ihr von Büchern, die schnellen Erfolg und großen Reichtum versprechen?

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Erfurter Nachlese - Freitagsgedicht

Erfurt

 

Er wird auch heute spielen,

der Pianist auf dem Fischmarkt,

Menschen bleiben stehen und lauschen. Die Stadt ist ihm mehr als nur Kulisse.

Er verzaubert den Ort mit seiner Musik.

 

Ich bin nicht mehr da,

nicht mehr beschwingt durch sein Spiel.

Niemand vermisst mich dort.

Mir aber fehlt diese Stadt.



Es ist nicht ins Wasser gefallen. Unser Erfurter Wochenende. Auch wenn das Wetter ein spannender Faktor blieb. Birgitt und ich haben uns dort getroffen. Erfurt liegt etwa in der Mitte zwischen unseren Wohnorten. Es war eine besondere Zeit. Birgitt hat hier schon mit vielen Bildern davon berichtet.

Mich hat seitdem der Arbeitswirbel des Fernstudiums erfasst. Das Schreiben,  Dichten und das Bloggen rückt in die hintere Reihe. Doch zwischendurch denke ich an unsere Zeit in dieser Stadt zurück.

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Auf diese Weise lohnt sich die Reise - Freitagsgedicht

Berlin

Die Seligkeiten

vergang'ner Zeiten

sind alle gut verpackt

in meinem Koffer drin.

 

Die Schwierigkeiten

vergang'ner Zeiten

begleiten mich, ganz

egal wo ich auch bin.

 

Auf diese Weise

lohnt sich die Reise,

weil ich in Schmerz und Freude

voller Leben bin.



Dieses Gedicht ist meine Adaption des Liedes "Ich hab noch einen Koffer in Berlin"

Hintergründe zu diesem Lied und die Originalversion gibt es hier.

Dieses Gedicht ist eine Variation auf die Erkenntnis, dass man sich selbst immer mitnimmt, egal wohin die Reise geht.

Dieses Gedicht ist ein Freitagsgedicht, obwohl ich es schon am Donnerstag veröffentliche.

Denn dieses Gedicht ist meiner Fahrt am morgigen Freitag gewidmet. Ich habe noch einen Koffer - diesmal nicht in Berlin, sondern Anderswo. Ich werde berichten.

 

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Freitagsgedicht - Dem Namen nach

Sizilien

 

Dem Namen nach

 

Mit einem Namen gesegnet

der seltsam war. Lucia!

Italien lag hinter dem Eisernen Vorhang,

ein unerreichbares Märchenland.

 

Heute breche ich auf,

ich folge meinem Namen

auf dem Weg nach Süden.

Die Städte haben ihre

Märchenfarben behalten:

Verona, Florenz, Rom, Neapel.

 

Staunend ziehe ich durchs Land,

fahre bis nach Syrakus!

Der Heimat von Santa Lucia.

Dort wo mein Name zu Hause ist.

 


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mit Dir - Freitagsgedicht

 

mit Dir

 

Der poetische

Überschuss

des Tages

ergießt sich

aufs Papier,

um Dir zu sagen:

reich bin ich

mit Dir,

 

mit Dir

an meiner Seite.



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Heimliche Heimat

Oberlausitzer Heimat

Die Heimat

liebe heimlich nur,

Weltbürgertum ist

angesagt.

Global sollst

du denken!

 

Doch wer kann

unbehaust leben?

Wer kann Mensch sein

ohne Heimat?

 

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Diese Sauerei - Alltagspoesie

Diese Sauerei

 

Der schenkt mir

immer solche

Blumenpötte.

 

Du wirst sehen,

in ein paar Tagen

fallen die Blüten ab.

 

Dann liegt die

Sauerei

auf dem Boden.

 

Anstatt das er

eine schöne

Grünpflanze mitbringt.

 

Nein, es muss

was Blühendes

sein.



Erlauscht in der Sitzecke beim Bäcker. Zwei Frauen, die sich über ihren Kuchen her machen und sich gegenseitig ihr Leid klagen.

 

Alltagspoesie - sie versteckt sich überall. Es ist eine Lust, sie aufzuspüren.

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Fröhlich beschwingt - das Freitagsgedicht ist ein Limerick


abwartend gelliprint
traurig gelliprint
skeptisch gelliprint

Wie schnell war es vorbei

mit unsrer Liebelei.

Es gab zu viele Sprüche

aus der Dorfgerüchteküche.

Drum sag ich dir Good bye!



Eines der besten Dinge in meinem Leben ist der Schreibkurs, den ich seit fast einem Jahr leiten darf. Lange versuchten wir es über die Volkshochschule und scheiterten immer wieder an der zu geringen Teilnehmerzahl. Jetzt organisieren wir uns privat. Aller zwei Wochen treffen wir uns für einen Abend und experimentieren schreibend miteinander. Zum Beispiel mit Limericks, wie das Exemplar hier oben. Nach einem solchen Abend  komme ich immer beschwingt und fröhlich nach Hause.

 

In diesem Sinne: habt ein fröhlich beschwingtes Wochenende!

 

P.S. Die Illustrationen entstanden aus den Resten dieser Collage. Wer genau hinsieht, erkennt mindestens eine Teekanne. Manchmal sind die Reste das Beste.

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Sei dein eigener Schlüssel - Freitagsgedicht

Sei dein eigener Schlüssel.

 

Du hast gesucht,

hast fremde Schlüssel probiert,

nichts hat sich dir eröffnet.

Alles war zu.

 

Du selbst bist dein

Schlüssel,

wirst es immer sein.

Bist du aufgeschlossen,

dann öffnen sich dir

die Türen.


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wechselhaft - Freitagsgedicht

Gesicht

wechselhaft

 

Gestern war ich

professionelle Schwarzseherin.

 

Heute bin ich

voll fröhlicher Zuversicht.

 

Was werde ich

morgen sein?

 

Immer anders,

immer ich.


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Vorbei - Freitagsgedicht

Vorbei

 

Wie lange bin ich schon wieder

zu Hause?

 

Trete die Tretmühle?

Bewege das Hamsterrad?

 

Was stimmt nicht mit mir,

dass Urlaubsgefühle

so schnell verpuffen?

 

Was mache ich falsch?

 

Ich trete die Tretmühle

und dreh mich im Hamsterrad.



Dieses Gedicht ist der Abschluss einer kleinen Serie:

Gedicht 1 Tapetenwechsel

Gedicht 2 Die Leichtigkeit

 

Schreiben hat oft etwas Therapeutisches. Dieses Gedicht war ein Augenöffner für mich. Allerdings noch nicht beim Schreiben, als ich den Frust raus gelassen habe. Der Start nach dem Urlaub war nicht leicht, ein Problem nach dem anderen stürmte auf mich zu. Nach einigen Tagen, beim Lesen dessen, was ich da geschrieben hatte, kam die Erkenntnis.

 

Was stimmt nicht mit mir? Das ist eine Frage, die in die falsche Richtung zielt. Was stimmt nicht mit meinem Leben und wo kann ich etwas ändern?  Das sind die Fragen, die ich mir stellen muss.

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Die Leichtigkeit - Freitagsgedicht

Die Leichtigkeit

 

In der zweiten Urlaubswoche

ist sie da.

Ich spüre es.

Mich nervt nichts mehr.

 

Ich genieße es,

die nackten Füße in die

Sandalen zu schieben.

 

Alles ist schön.

Alles ist gut.

Das Urlaubsende ist noch fern.

 



Dies ist das zweite Gedicht zum Thema Urlaub. Vielen Dank für Eure Kommentare zum Freitagsgedicht der letzten Woche.

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Freitagsgedicht - Tapetenwechsel

Tapetenwechsel

 

Nicht nur die vier Wände,

auch die 33 Probleme

und die zwei nervenden Nachbarn,

 

die fünf ungeputzten Fenster

und die 13 unerledigten To Dos

hinter mir lassen.

 

Um leichter zu leben,

um die Welt anders zu sehen

und mich zu fragen,

 

wer ich bin,

ohne meine vier Wände

und dem Leben wie es ist.

 



Das ist das erste Gedicht aus einem kleinen Zyklus, der sich um die Zeit vor dem Urlaub, das Befinden mitten im Urlaub und den Gefühlen nach dem Urlaub dreht.

Geschrieben in diesem Sommer.

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Wort-Collage als Freitagsgedicht: Frisch machen

Wortcollage frisch machen

In diesem Sinne wünsche ich allen eine gutes Wochenende.

Vielleicht mit einem schönen Fehler?

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umschreiben - Freitagsgedicht

das steht auf einem anderen Blatt

umschreiben

 

wovon ich nicht reden kann,

davon muss ich schreiben.

 

ich schreibe es auf,

ich schreibe darüber,

ich schreibe es um.

 

immer noch steht

nichts von dem da,

was ich sagen wollte.

 

ich schreibe weiter,

bis das blatt sich

wendet.


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Flaschenpost - Freitagsgedicht

Aquarell nach Walter Kuphal
Aquarell nach Walter Kuphal

Flaschenpost

 

Schick mir eine Flaschenpost.

Gib mir ein Rauchzeichen.

Lass die Brieftauben fliegen.

 

Sag mir, dass du kommst.

 

Hörst du meinen Herzschlag?

Spürst du meine Sehnsucht?

 

Schick mir eine Flaschenpost.

Sag mir, dass du kommst.


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Worte finden sich ein - Werkstattbericht

diese

Leuchte in der Dunkelheit

schenkt Hoffnung

und

Worte

finden

sich jetzt

ein

 



Gestern wollte ich eine kreative Schreibwerkstatt anleiten. Logistische Probleme ließen uns an einem ganz anderen Schreibort landen, als wir es geplant hatten. Man hätte sich sehr darüber ärgern können. Aber wir genossen die Situation: Nun waren wir dort, wo die Küche und Gaststätte schon geschlossen hatten. Aber es war dort trotzdem noch ein Paar Wiener Würstchen aufzutreiben, für jeden, der das wollte. Nun saßen wir draußen und das ging, denn es war der erste warme Abend seit langem.

 

Wir saßen dort, wo zwei Wanderer vorbeikamen und nach einem Nachtquartier fragten. Wir konnten mit patriotischer Sachkenntnis der örtlichen Gegebenheiten weiter helfen.

Wir bekamen dort auch die Suche einer älteren Dame nach der vergessenen Handtasche im Gastraum mit, die an diesem Abend nicht mehr erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Hoffentlich hat sie ihre Tasche inzwischen wieder.

 

Zwischendurch schrieben wir. (Siehe das Fragment oben) Tauschten uns aus und machten das Beste aus allem.

Diese Haltung, fällt mir auf, taugt nicht nur für Ausnahmesituationen wie gestern Abend.

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Freitagsgedicht - Deine Mitte

deine mitte

Deine Mitte

 

Deine Mitte ist nichts,

was du festnageln könntest.

Sie wandelt und dreht sich

auf der Suche nach Dir:

auf dass auch du dich

beweglich zeigst.



In der Muse der Ostertage habe ich mir ein kleines Buch gemacht. Beim Verschneiden von Bauplänen bleiben manchmal schöne feste Papierstreifen übrig. Oft nehme ich mir die mit nach Hause. Diesmal bemalte ich die rechte Seite der Streifen, heftete alles zusammen und schrieb Texte zu den Bildern.

 

Diese Arbeitsweise - erst Malen, dann dazu schreiben - ist für mich genau richtig.

Das Buch ist eine Landvermessung meiner Wege und Gedanken und mir sehr wertvoll geworden.

das kleine dreieck hoffnung

Der Umschwung
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Vorher - Nachher. Freitagsgedicht

Ganz

vorher:

 

sich selbst verbiegen,

um reinzupassen.

 

alles geben,

um zu glänzen.

 

sich verausgaben,

weil nein sagen zu schwer ist.

 

nachher:

 

am boden liegen

und sich fragen,

wo die eigene größe

geblieben ist.


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Sommertraum - Summer Dreaming - DC

schwimmen

Ich liebe den Winter

mit Frost und mit Schnee

und träume doch heimlich

vom Sommer im See.

 

I love the winter
with frost and with snow
and dream only inwardly

of the summer by the sea. 

 

 

 

 

 

 

 

Katrins Drawing Challenge:

Reef

 


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Das Lächeln

Der Clown

Das

Lächeln

müssen

wir

noch

üben.



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Freitagsgedicht: Dereinst

Dereinst


Dereinst

im Weltgetümmel

hatte ich alles und

suchte nie lange.

Jetzt bin ich bange,

dass ich

in die Irre gehe,

die Verheißung

nicht mehr sehe

am zugesperrten

Himmel.

 



Im Rahmen von Sophie Paulchens frapalymo-Projekt entstand dieses Gedicht. Der Impuls hieß: vergessene Worte.

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Freitagsgedicht: Heute

Heute


Heute sieht die Welt

anders aus.


Da tanzen die Bäume

und winken die Berge.


Mein Herz

wirbelt mit.





Dieses Gedicht ist im Rahmen von Sophie Paulchens Lyrikmonat entstanden. Der Impuls hieß leise Dunkelheit.

Diese ungewöhnliche Wort-Kombination gefiel mir. So begann ich, nach Ähnlichem zu suchen: lautes Licht, flüsternde Dämmerung, singender Sonnenaufgang, tanzender Baum, winkende Berge. Und schwupps, aus den letzten beiden Paaren entstand etwas.


Die Sammlung der Gedichte zu diesem Impuls gibt es hier bei Sophie: Klick.


Mit winkenden, wirbelnden Grüßen verabschiede ich mich. Habt ein gutes Wochenende.


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Anzug - Freitagsgedicht

Anzug

 

Ihr wisst,

goldne Flügelchen

habe ich kaum.

 

Aber wie bald

hasche ich

hin und her,

 

geschickt genug

mich anzuziehen.



Im November wird bei Sophie Paulchen wieder täglich gedichtet. (Ich schrieb hier schon kurz darüber) Die Impulse sind gut und herausfordernd. Ich habe mich entschieden, jeden Tag den Impuls auf ein weißes Blatt zu schreiben und im Laufe des Tages immer wieder darauf zu notieren, was mir dazu einfällt. Das muss kein Gedicht werden. Druck möchte ich mir nicht machen, den habe ich in meinen anderen Welten schon genug. Dieses Schreiben ist nur zum Spaß und nur für mich. Es ist jetzt schon eine witzige Sammlung tiefer und banaler Gedanken und Ideen entstanden. Eine Vorratskammer für Zukünftiges.

 

Aber Freitags möchte ich doch immer etwas davon zeigen. Der Impuls zum 4.11. lautete, aus einem vorgegebenen Goethetext (ja, Goethe) Worte in der originalen Reihenfolge zu verwenden und ein Gedicht daraus zu machen. Diese Art des "Schreibens" mag ich sehr, praktiziere sie manchmal und habe auch schon meine Kursteilnehmer damit beglückt. (Das Foto oben erklärt vielleicht besser, wie es geht. Ein Klick macht es groß)

 

Was die anderen Gedichteschreiber aus dem alten Goethe heraus geholt haben, könnt ihr hier lesen.

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Fragmente - und was schreibt ihr im November?

Bevor der Tag

die Kreidekiste füllt,

sind die Taten

schon verzeichnet.


Die Lücken hingen

an der Wand.

Wer anhielt,

konnte sie

bewundern.


Passanten ergriffen

das Leben in Zahlen,

begriffen dabei aber

nichts.



In meinem Notizbuch fand ich einen Zettel mit diesen Zeilen. Irgendwann im letzten Sommer hatte ich sie geschrieben, auf irgendeine experimentelle Art und Weise, an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Solche Fragmente sind ein lebendiges Beispiel, wie viel Freude man am Schreiben haben kann, es muss nicht sofort etwas druckreifes herauskommen. Das Tun an sich ist das Wichtigste, finde ich.


Nun naht der November, der bei vielen ein traditioneller Schreibmonat ist. Richard Norden berichtet darüber und zeigt Alternativen zum NaNoWriMo. Ich mag seine Idee, sich ein eigenes Schreibziel für den November zu setzen.


Der FraPaLyMo - Der Lyrikmonat von Sophie Paulchen ist eine lyrische Variante des Schreibmonats November. Ich war schon ein paar Mal dabei - immer mit Gewinn. Ob ich mich diesmal wieder darauf einlasse? Jeden Tag ein Gedicht nach den Impulsen von Sophie? 


Noch bin ich unschlüssig. Noch ist ja Zeit. Eines ist sicher, geschrieben wird sowieso!


Was schreibt ihr im November?


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Oberlausitz - Gedichte aus dem Märchenland

Dornröschenschlaf

 

Interpretieren wir

die blühenden Landschaften

hinter dem Bahnhof

doch als Dornenhecke.

Dann haben wir schon 25 Jahre

Dornröschenschlaf hinter uns.

Bald kommt der Prinz und

küsst uns wach.

Ganz bald.


Fast alles da

 

Den Kuchen holen wir beim

Schwertner-Bäcker.

Wein ist diese Woche beim Aldi

im Angebot.

Eine reichliche Auswahl an Großmüttern

liefert uns die Seniorenresidenz.

Und Wölfe sind bei uns

schon lange keine Seltenheit mehr.

Doch wo finden wir ein junges Ding?

Wo ist Rotkäppchen?

Die studiert jetzt im Westen.


 


Heimatland

 

Mag es weit weg sein

für die Entfernten

Hinter den sieben Bergen

 

Mag hier nicht los sein

für die Gelernten

bei den sieben Zwergen.

 

Ich mag es.

von ganzem Herzen

oft auch mit Schmerzen.

 

Nicht auszudenken, wer ich wäre

ohne dich und die sieben Berge,

meine Heimat, du bist die schönste

im Land.




Diese Gedichte habe ich für die Lesebühne in Kamenz, fürs Poetenbrettl geschrieben. Letzten Freitag las ich diese und weitere Texte aus meiner Werkstatt. Bei solchen Veranstaltungen kann es einem leicht passieren, dass man den Mut zum eigenen Schreiben verliert. Die anderen Autoren sind so gut! Aber diesmal fuhr ich voller Ermutigung und sehr angeregt heim.


Meine Gedichte über die Oberlausitz sind zwar voller lokaler Anspielungen, aber ich denke, sie sind trotzdem allgemein verständlich. Ansonsten fragt mich!

Mano zeigt wunderbar passend gerade heute einige Bilder aus dieser Märchenwelt - aus der Oberlausitz und aus Sachsen. Ihr Blick als Besucherin und meiner als Ureinwohnerin ergänzen sich gut.


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Esel ich

Esel ich

 

Ich bin ein Esel,

renne der baumelnden Möhre nach.

Die Möhre. Die Möhre.

Ich renne und renne und

merke nicht,

was für ein Esel ich bin,

wo ich Möhren doch

gar nicht mag.

 

Wenn ich stehen bliebe

und mal nachdächte -

denke - denke -

was ich denn mag und

wofür es sich zu rennen lohnt,

dann wäre ich

nicht mehr so ein Esel.

Weil ich aber ein Esel bin,

renne ich weiter.

 

Und lerne die Möhren zu lieben.

 



 

Hiermit lasse ich meine gute alte Tradition des Freitaggedichtes wieder aufleben. Heute wurde ich inspiriert durch ein bildhaftes Blogstöckchen von Gitte.

Und - welcher Möhre rennt ihr hinterher? Liebt ihr sie?

 

Heute Abend lese ich in Kamenz beim Poetenbrettl. Auch Gedichte. Mit Lokalkoloriet und so.

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The key in her pocket - Der Schlüssel in ihrer Tasche - DC

The Key - Der Schlüssel

In der Tasche

 

Den Schlüssel zu Omas Haus

hat sie immer in ihrer Tasche.

Die Oma ist tot,

das Haus steht nicht mehr.

Sie hat den Schlüssel

immer in ihrer Tasche.

Einmal wird sie eine Tür

finden, zu der dieser

Schlüssel passt.

Dann wird sie wieder

zu Hause sein. 

In her pocket

 

The key to grandma's house

is always in her pocket.

Grandma is dead.

The house no longer stands.

She always has the key

in her pocket.

Once she will find a door.

The key fits this door.

Then she will be

at home again.




This Weekends drawing challenge POCKET by Veronica. Please go and see in lots of pockets.

Dieses Wochenende gibt es bei Veronica die Drawing Challenge POCKET. Bitte schaut auch bei den andern in die Taschen.

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Heutzutage. Hierzulande.

Heutzutage. Hierzulande.

 

Gedanken werden

zu Brandsätzen.

Abgründe reißen auf.

 

Welcher Satz kann

zum Einsatz kommen,

um Brücke zu bauen

 

über die Abgründe,

die aufgerissenen?

 

Welchen Satz

machen wir darüber?


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wegwerfend

wegwerfend

 

der schutt,

den die bauarbeiter

in den Container

gekloppt haben,

ist zur

tragschicht

geworden

 

die fetzen,

die die schneider

weggeschmissen haben,

sind zum

festkleid

geworden

 

der mensch,

den alle

abgeschrieben

haben,

ist

kostbar

 

 


Variation über Matthäus 21 / Psalm 118 Vers: 22

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.

 

In loser Folge werde ich bis Ostern weitere Texte veröffentlichen, die sich mit der Bibel beschäftigen.

 

Mehr Tiefgang gewünscht? Hier steht, warum Scherben manchmal tatsächlich Glück bringen können. Und hier finden sich Gedanken über unseren Umgang mit Sprache, die mich gerade sehr beschäftigen.

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