Masterarbeit und Fernstudium - eine unendliche Geschichte

Bunker in Berlin
Auf und Ab

Doreen hat mich zu meiner Masterarbeit befragt. Das Interview findet ihr hier. Ich schaue es mir selbst gerne an - es motiviert mich sehr, die Masterarbeit endlich fertig zu stellen.

 

Mein Fernstudium begleitet mich schon sehr lange. Seit 2005, um genau zu sein. Über drei Jobs und das Aufwachsen von drei Kindern hinweg habe ich mich im Laufer dieser der Zeit der Geschichte und Literatur an der FernUni Hagen gewidmet. 2012 konnte ich den Bachelor abschießen, nun bin ich auf der Zielgeraden zum Master.

 

Das Thema meiner Masterarbeit kreist um das Geschichtsbild, dass in der DDR vom Mittelalter gezeichnet wurde. Damit kann ich zwei Dinge verbinden: meine Vorliebe für das Mittelalter und die Fragen, die sich aus meiner Biografie ergeben. Als Kind der DDR beschäftigen mich viele Aspekte des Umgangs mit dieser Vergangenheit. 

Davon ist im Interview ausführlich die Rede. Mit Doreen verbindet mich eine DDR-Biografie und die Sensibilität für den Umgang mit dieser Vergangenheit.

Wir trafen uns in Berlin zum Interview, in einem kleinen Park. Die Kamera stand auf einer Tischtennisplatte. Wenn ich daran zurück denke, sehe ich das große Pappstück und das Kissen, die beide unter dieser Tischtennisplatte lagen. Ein Schlafplatz. Uns war nach ein paar Minuten im Park schon kalt. Wer würde in der nächsten Nacht hier schlafen müssen?

 

Zurück zur Masterarbeit. Auch sie ist eine unendliche Geschichte, weil ich schon seit über zwei Jahren daran sitze und das Thema entwickle, recherchiere, Lektüre durchgehe, Quellen sammle.

Diesen März konnte ich in Hagen zum zweiten Mal mein Exposé vorstellen. Diesmal wurde es mir thematisch genehmigt. Ich kann also loslegen.

Für das Schreiben der Masterarbeit habe ich als Teilzeitstudentin sechs Monate Zeit. Dieser Zeitraum will gut gewählt sein, damit das Ende nicht gerade dann liegt, wenn ich als Lehrerin mit Matheprüfungen ausgelastet bin. Auch die Vorarbeiten sollten soweit gediehen sein, dass ich weiß, ich schaffe den Rest in sechs Monaten....

Ich denke, im Herbst werde ich soweit sein.

 

Die größte Herausforderung ist die nötige Spannkraft, die ich für die Masterarbeit aufbringen muss. Neben Beruf und Familie.

Das Voranschreiten meiner Bachelorarbeit hatte ich damals hier im Blog dokumentiert. 

Ich werde das mit der Masterarbeit ebenso tun. Denn das hilft mir, mich am Schreibtisch nicht so allein zu fühlen. Es ist eine Motivation und vielleicht auch für diejenigen interessant, die an ähnlichen Projekten sitzen.

 

Jetzt aber mache ich Ferien, ich packe die Geschichtsbücher weg. 

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Mein erstes Jahr als Lehrerin

Blick aus dem Klassenzimmer
Blick aus dem Klassenzimmer

Wie war das erste Jahr als Quereinsteigerin?

Gut. Und anstrengend.

 

Als Quereinsteiger kommt man von Draußen und findet sich in der Welt der Schule wieder. Man steht plötzlich vor einer Klasse und fragt sich: Was mache ich hier? Es geht, irgendwie. Wenn ich an die ersten Wochen zurückdenke, dann staune ich. Wie habe ich das Unterrichten geschafft?

Meine Erfahrungen als Dozentin in der Volkshochschule, als Onlinetutorin und als Verantwortliche bei Ganztagsangeboten haben mir geholfen.

 

Aber am wertvollsten war meine Karriere als Mutter. Sie hatte mir ein solides Fundament gebaut, so dass ich in meinem ersten Jahr nicht wirklich ins pädagogische Wanken kam. Man sollte allen Müttern automatisch viele Kompetenzen anrechnen. Leider passiert meist das Gegenteil.

 

Also, ich habe mir trotz meiner bisherigen relativen Ferne vom konkreten Schulbetrieb sicher und wohl bei meiner Arbeit gefühlt. Wie ein Fisch im Wasser.

Und genau das hat mich so glücklich gemacht, denn in den letzten Jahren war mein Lebensgefühl im Job meistens das eines Fisches im Trockenen. Deshalb bin ich dankbar, dass ich auf Umwegen in der Schule gelandet bin. Ich freue mich schon jetzt auf das nächste Schuljahr.

 

Es wird herausfordernd, denn nebenbei möchte ich endlich mein Fernstudium in Geschichte und Literatur beenden. Dazu muss ich meine Masterarbeit schreiben.

Mein Arbeitsfeld: der Informatikraum
Mein Arbeitsfeld: der Informatikraum

Ich dachte ja vor einem Jahr in meinem naiven Leichtsinn eines Anfängers, ich könnte die Masterarbeit schon jetzt schreiben. Aber das erste Jahr als Lehrerin hatte es in sich. Eine Kollegin sagte mir tröstend: das erste Jahr muss man überleben. So ist es wohl. Im zweiten Jahr kenne ich mich besser aus und vieles wird einfacher.

 

Allerdings gibt es eine weitere Herausforderung:

Schule ist ein Monster. Schule kostet viel Kraft, sie frisst dich auf. Auch das habe ich in diesem Jahr zu spüren bekommen. Meine Müdigkeit und Anspannung sind meine größten Hürden gewesen. Ich musste lernen, wie ich abschalten kann und wie Entspannung gelingt. Ein wichtiger Satz aus einer Fortbildung hilft mir: Wir können als Lehrer nicht die Welt retten. Es ist unmöglich, immer alle Schüler zu erreichen und ihre Probleme zu lösen. So schön das auch wäre, aber mit diesem Anspruch überfordern wir uns. Mein Bestes zu geben und darauf zu vertrauen, dass auch andere Kräfte wirken und die Schüler voran kommen… das ist eine gesündere Einstellung. 

Schule ist nur ein Monster, wenn wir zulassen, dass sie uns auffrisst.

 

Ich selbst habe in diesem Jahr sehr viel durch die Arbeit mit den Schülern und Kollegen gelernt. Bin ich denn eine Lehrerin, wenn ich selbst ständig lerne? Mal ganz abgesehen davon, dass es für Schüler wahrscheinlich nichts Besseres gibt als Lehrer, die selbst gerne lernen, ist es so, wie Martin Buber geschrieben hat:

 

Unsere Schüler bilden uns. Unsere Werke bauen uns auf.

 

Deshalb geht es mir so gut nach meinem ersten Jahr als Lehrerin.

 

 

P.S. Doreen führt anlässlich des 30. Jahrestages des Mauerfalls Interviews. Auch mit mir hat sie gesprochen, weil sich meine Masterarbeit mit Aspekten der DDR-Geschichtskultur beschäftigen wird. Das Interview findet ihr hier.

 

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Auf was zählst du? Freitagsgedicht

Mathematik Mathelehrer Rechenmaschine
Rechenmaschine

 

So...

 

Zwei vier sechs acht zehn.

Mein Leben ist nicht schön.

Zwei vier sechs acht neun.

Nur schwer kann ich mich freun.

Zwei vier sechs acht acht.

Der Tag wird mir zur Nacht.

Zwei vier sechs acht sieben.

Nichts ist mir geblieben.

Zwei vier sechs acht immerzu.

Ach lasst mich allesamt in Ruh.

 

… oder so

 

Eins zwei drei.

Was gibt's? Ein Frühstücksei!

Drei vier fünf.

Ich strick mir schöne Strümpf.

Fünf sechs sieben.

Paul hat mir geschrieben.

Sieben acht neun.

heut will ich mich freun.

Minus mal Minus wird Plus.

Drum kenne ich keinen Verdruss.


Zwischen Mathematik und Lyrik bauen Abzählreime eine schnelle Brücke. In meinem neuen Amt als Mathelehrerin bin ich dichtend über diese Brücke gegangen. 

 

Was zählt? Wie verbuchen und verrechnen wir die Ereignisse eines Tages? Ich gebe zu, dass ich oft in die negative Sichtweise rutsche. Dabei ist es genauso möglich, mit dem Positiven zu rechnen.

Auf was zählt ihr?

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Was bedeutet mir die Kreativität?

Kreativtreffen in Dresden
Kreativtreffen in Dresden

Was ist die Kreativität für mich?

 

Ein Trend?

Eine Lebensnotwendigkeit?

Eine Ersatzbefriedigung?

Ein Geschäftsmodell?

Ein Broterwerb?

Ein Hobby?

Etwas zutiefst Menschliches?

 

Mein Blog beschäftigt sich mit dem "Schreiben und anderen kreativen Wegen durch den Tag". Die Schwerpunktsetzung hat sich in den letzten Jahren mehrmals verschoben. Viele Jahre war die Kreativität meine Rettung, ein Gegengewicht gegen die Öde im Job.

Nun bin ich seit einigen Monaten Lehrerin und wäre dort ohne meine Kreativität aufgeschmissen. Ich liebe es, wenn es mir auf kreativem Wege gelingt, die Schüler für binomische Formeln zu begeistern.

Brauche ich meine alte Kreativität dann überhaupt noch nebenher? Als Ersatzbefriedigung sicher nicht mehr. Und zum Glück auch nicht als Broterwerb.

 

Jetzt ist die Kreativität für mich etwas sehr Elementares geworden: Ein Weg, Kraft zu schöpfen, abzuschalten und zu mir selbst zu finden.

Diese Erkenntnis brach sich in den letzten Wochen die Bahn. Sie räumte die Zweifel weg, ob ich diesen Blog weiter führen soll... 

Das hier werden keine Lehrertischwelten. Es bleibt beim kreativen Schreiben, beim Malen, Collagieren, Nachdenken. Es bleibt bei meinen geliebten Schreibtischwelten.

 

Letzten Sonnabend traf ich in Dresden auf 4 Frauen, denen es mit dem Kreativsein ähnlich geht. (Karen, Katja, Tabea und Sirid) Und obwohl ich schon sehr zeitig wieder heimfuhr, weil mich eine Erkältung ärgerte, waren diese Stunden wertvoll. Weil sie der Kreativität gewidmet waren. Um ihrer selbst willen.

 

Hier ist Karens Bericht vom Kreativtreffen: Klick

 

Welche Bedeutung hat die Kreativität für dich und dein Leben?


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Zwischenraum - Freitagsgedicht

Tafelwerk


Zwischen den Zeilen 

und zwischen den Zahlen 

liegt mehr als uns

das Tafelwerk

des Lebens

verspricht.

 


Ich bin wieder hier. Und bleibe es auch. Das Schreiben hat mir gefehlt.

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Umsteigezeit - Freitagsgedicht

Mein Platz, Tagebuch schreiben, Fokus

 

Kaum ist 

das Alte Jahr

abgedampft,

schon nimmt das 

Neue Jahr 

voll Fahrt auf.

 

Die Welt

rauscht

an mir

vorbei.

 

Ich weiß nicht,

wo es hingeht.

Bin ich

hier richtig?

 

Die Umsteigezeit

war viel zu kurz.

 

Zieht bitte 

jemand die

Notbremse?


So ist es. Das neue Jahr hat mich überrollt. Eigentlich wollte ich hier darüber philosophieren, um wieviel einschneidender für mich der Schuljahreswechsel im Sommer ist. Als dieser eben erlebte Jahreswechsel....

 

Naja, so träumte ich vor  mich hin. Bis ich unsanft erwachte. Diesmal waren die Tage "zwischen den Jahren" herrlich entspannt. Das habe ich genossen und gebraucht. Wahrscheinlich war mir der Kontrast dann zu stark, als es wieder "los ging." 

 

Beim Aufräumen fand ich ein Blatt, auf dem ich vor Monaten nur ein Wort geschrieben hatte: Umsteigezeit. Das Wort uns dein lyrisches Potential wollte ich damals festhalten. Jetzt war es der Anfang für die Idee zum heutigen Gedicht. 

 

Oft lösen sich die Fragen beim Schreiben selbst. Denn die Notbremse, die muss ich selber ziehen. Bei Bedarf täglich. Jemand anderes tut es nicht für mich.

 

So begrüße ich euch alle wieder hier. Schön, dass ihr da seid.

Eure Lucia

 

P.S. Das Bild hat nicht viel mit dem Gedicht zu tun. Oder vielleicht doch. Es zeigt eine Art, die Notbremse zu ziehen. Soll ich demnächst mehr davon berichten? 

 


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Halleluja Hurra - das war mein Jahr

mein Jahr in zwölf Worten
mein Jahr in zwölf Worten

 

 

Januar - Blättern

Das Jahr begann mit einem tollen Auftrag für mich als Historkerin: eine Buchhandlung am Ort wird 125 Jahre alt - ich soll die Festschrift erstellen. Dazu habe ich bis März Zeit. Der Januar ist gefüllt mit Recherchen. Ich blättere mich durch Berge von Akten und Unterlagen.

Nebenbei habe ich meinen Job als Onlinetutorin an der Fernuni Hagen und mein eigenes Studium (Master in Geschichte und Literatur), dass ich für diesen Auftrag pausieren lasse.

 

Februar - Schreiben

Recherchen abgeschlossen, nun geht es ans Schreiben. Der Zeitplan ist eng. Noch nie hat mich eine geschichtliche Recherche so sehr berührt. Wahrscheinlich liegt es an der persönlichen Nähe, die ich zu dem Thema habe. Sowohl zeitlich als auch geografisch berührt es meine eigene Biografie.

Mein Sohn wird 18, was bei einem "Kind" mit Behinderung eine besondere Schwelle ist, nach der gefühlt alles noch komplizierter wird. Es gibt viel neu zu regeln und zu organisieren, ich werde offiziell seine Betreuerin.

 

März - Mist

Die Festschrift geht durch mehrere Korrekturrunden, wird aber von meiner Seite aus fristgerecht fertig. Ich bin stolz. Es steht das halbjährliche Kolloquium in Hagen an. Dort erfahre ich, dass mein Arbeitsvertrag nicht verlängert werden kann. Grund sind Umstrukturierungen an der Uni. Damit hatte ich nicht gerechnet. Der Vertrag läuft im Oktober aus, bis dahin brauche ich etwas Neues.

 

April - Halleluja

Die Gedanken drehen sich im Kreis. Wie soll es weiter gehen? Am liebsten würde ich in einem Museum oder Archiv arbeiten. Aber solche Jobs sind rar, bisher hat nichts geklappt. Ich schreibe schließlich eine Initiativbewerbung an eine Schule, wo ich einmal die Woche ein Ganztagsangebot im kreativen Schreiben gestalte. Jedes mal wenn ich dort bin, fühle ich mich wohl.

Die Bewerbung ist abgeschickt und ich fahre mit einem seltsamen Hochgefühl zu einem Gospelwochenende in Coswig.

 

Mai - Hurra

Ziemlich schnell kommt es zu einem Vorstellungsgespräch und dann werden Nägel mit Köpfen gemacht. Ich kann mit meinem uralten Bauingenieurdiplom als Quereinsteigerin anfangen. Als Lehrerin für Mathematik und Informatik! Ich greife mutig zu.

Das neue Schuljahr beginnt im August. So nutze ich die mir verbliebene Freiheit, um noch ein Präsenzseminar an der FernUni zu besuchen. Es findet in Wolfenbüttel statt und ist ein besonderes Erlebnis. Auch, weil Mano und ich uns treffen können. Ich beginne auch, eine Hausarbeit zu schreiben. Es ist die letzte Hürde vor der Masterarbeit.

 

Juni - Schreiben

Schon wieder! Ich sitze an der Hausarbeit. Aber ich blättere auch in Mathebüchern. Vorfreude und Aufregung wechseln sich ab. Schreiben beruhigt.

Ich entscheide mich, den Vertrag mit der FernUni zu kündigen - damit ich ab August nur für die Schule da sein kann.

 

Juli - Autsch

Eine Woche Urlaub mit meinem Mann in der sächsischen Schweiz. Leider verstauche ich mir gleich am ersten Tag den Fuß

Zu Hause mache ich die Hausarbeit fertig und schicke sie nach Hagen und sitze weiter über Mathebüchern. Der Sommer wird eher nebenbei genossen.

Schön ist die Sommerpostaktion - ich genieße das kreative Kontrastprogramm und die schönen Collagen.

 

August - Lehrerin

Das Schuljahr beginnt. Ich bin nervös, aber auch glücklich und begeistert. Die Arbeit mit den Schülern macht mir Freude. Die Kollegen sind klasse. Was hab ich doch für ein Glück.

 

September - Mathelehrerin

Jemand stellt mich vor: Das ist unsere neue Mathelehrerin. Ich muss überlegen, ob die wirklich mich meinen. Ich unterrichte zwei zehnte Klassen in Mathe und zwei Klassen 4-6 in Informatik. Es ist eine halbe Stelle, die sich für mich wie eine volle Stelle anfühlt. Die Kollegen sagen, das ist am Anfang normal. Ich frage mich: wann soll ich denn meine Masterarbeit schreiben?

(Das Ergebnis der Hausarbeit kommt, ich kann sehr zufrieden sein)

 

Oktober - Ferien

Ich lerne, dass Lehrer mindestens ebenso auf die Ferien warten wie die Schüler. Mir tun die beiden freien Wochen sehr gut. Einige Urlaubstage im Spreewald bei herrlichem Wetter sind das Sahnehäubchen.

Ich beschließe, mich selbst mit der Masterarbeit nicht zu sehr unter Druck zu setzen. Wenn es in diesem Schuljahr nicht wird, dann eben im nächsten.

 

November - Uff

Um mit Brigitte Reimann zu sprechen: Ankunft im Alltag. Das Lehrerdasein kostet viel Kraft. Ich bin oft müde. Daneben ist jedoch nach wie vor die Erfahrung, dass ich hier genau richtig bin. Wieso bin ich nicht schon viel eher auf die Idee gekommen, mich als Lehrerin zu bewerben?

Ich merke, dass ich alle meine Kreativität in meinen Beruf stecke. Fürs Bloggen zum Beispiel bleibt kaum noch Raum. Die Adventspostaktion kann ich nicht mitmachen. Und so weiter. Mir ist es wichtig, das ich den Schülern den Stoff lebendig mache. Damit sie alles verstehen und bestenfalls sogar mögen. Mathe kann Spaß machen. Trotzdem fehlt mir etwas. Die Kreativität ist eine Kraftquelle, die ich selbst brauche.

 

Dezember - Jawohl

Gleich zu Anfang des Monats muss ich vier Mathestunden hintereinander halten, die hospitiert werden. Das ist sehr aufreibend und hat mit meinem Status als Quereinsteigerin zu tun... Aber gerade diese Situation zeigt mir, dass ich mit ganzem Herzen Lehrerin sein möchte. Jawohl, hier bin ich, ich kann das und der Freistaat Sachsen sollte das bitte auch so sehen.

Ich nehme meine Gedanken zur Kreativität ernst und zeige auf Instagram sieben Engel im Advent, die ich per Gelliprint gestaltet habe. Eigentlich wollte ich ein ganzes Engelheft machen, einige Texte dazu waren schon da. Aber es fehlte an Zeit und Kraft und als dann auch noch mein Laptop den Geist aufgibt, ist es mit diesem Projekt ganz vorbei. (Ihr seht die Engel auch hier, damit dieser Artikel auch als Monatscollage durchgeht. ;)))

Die Weihnachtsferien kommen, heiß ersehnt von Schülern und Lehrern. Das Jahr geht zu Ende. Ich bin dankbar. Sehr dankbar. Und ich freue mich auf 2019. Jawohl.

 


Birgitt sammelt die Monatscollagen. Danke! Und zum Glück macht sie nächstes Jahr damit weiter.

Gelliprint Engel
Sieben Engel im Advent
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Auf und Ab - Freitagsgedicht

Sinusfunktionen

Bin ich down und ohne Kraft,

dann geht meine Welt unter.

 

Bin ich oben auf,

dann halte ich mich für unbesiegbar.

 

Das eine wie das Andere,

Hoch und Tief, kommt und geht.

 

Das hätte ich mir ausrechnen können:

Das Leben ist eine Sinuskurve.

 

Gelassen werde ich diese Kurven nun nehmen. 

Auf und ab, Auf und ab, das Leben!


 

Das kommt dabei heraus, wenn ich mein neues Dasein als Mathelehrerin und die Poesie in einen Topf werfe.

 

Meine Schüler schreiben am Montag eine Klassenarbeit zu den Sinusfunktionen. Und ich werde mich um mehr Gelassenheit bemühen.

 


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Am Schreibtisch fluchen oder fliegen? Gedanken zum Bloggeburtstag.

Schreibtischwelten

"Nur vier Prozent aller kreativen Durchbrüche finden am Schreibtisch oder in Sitzungen statt." Dieses Zitat von Mel Robbins ist für mich eine niederschmetternde Botschaft. Seit Oktober 2011 blogge ich hier. Von Anfang an waren dies meine geliebten Schreibtischwelten. Aber all die Kreativität, der ich mich buchstäblich verschrieben habe, findet kaum am Schreibtisch statt? Soll ich meinen Blog umbenennen?

 

Zum Glück gibt es auch ganz andere Meinungen. Der Schriftsteller Jurek Becker sagte von sich: "Der Schreibtisch ist der einzige Ort, an dem ich ein kleines bisschen fliegen kann." Na bitte. Genau darum geht es hier: diese Magie, die beim kreativen Tun zu spüren ist. Diese Lebendigkeit.

 

Es mag ja stimmen, das Ideen nicht immer am Schreibtisch entstehen. Aber ihre Umsetzung findet am Schreibtisch statt. Jedenfalls bei mir. Wenn aus einer Idee etwas entstehen soll, dann muss ich einen Gedanken in ein Gedicht verwandeln. Dann muss ich mich hinsetzen und schreiben. Wenn aus den Erinnerungen und Gefühlen ein Bild werden soll, dann muss es gezeichnet und gemalt werden. 

Auch dazu fand ich zur Bestätigung ein Zitat. "Der Amateur wartet auf die Inspiration. Der Profi weiß, dass die Ideen kommen, sobald er angefangen hat." (Youtube, Storytellers, How to be creative)

 

Also: alle Zweifel am Blognamen sind ausgeräumt. Diese Schreibtischwelten bleiben, was sie sind. Mich interessiert, wie ihr das seht:

  • Wo und wann kommen euch die Ideen?
  • Was macht ihr damit? Welche Ideen setzt ihr um?
  • Wie sehen eure kreativen Arbeitsplätze aus? Eure ganz persönlichen Schreibtischwelten? (Im weitesten Sinne, der Platz, an dem ihr kreativ seid?)

Ich denke, hier können wir viel voneinander lernen. So freue ich mich auf Kommentare oder vielleicht nimmt sogar jemand den Ball auf und schreibt einen eigenen Blogartikel dazu?

In diesem Sinne: ein Hoch auf den Schreibtisch.


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Frischer Wind - Freitagsgedicht

 

 

Ich brauche frischen Wind

um meine Krone

denn meine Krone sieht man

heute leider nicht

 

Das Alltagsgrau

verdeckt meine Talente

Ich geh ans Freie und hol

sie zurück ans Licht

 

Geh durch den Wald

und finde mich dort wieder

wo Baum und Vogel

gut und weise zu mir spricht

 

Ich brauche frischen Wind

um meine Krone

Was in mir wohne fließt  

in mein Gedicht

frischer Wind Artjournal


 

Dieses Gedicht schrieb ich beim letzten Treff unserer kreativen Schreibgruppe. Wir hatten uns in der Woche zuvor ein Theaterstück über Hildegard Knef angesehen und uns darüber geschrieben. Auch ein Liedtext von ihr (Ich brauch Tapetenwechsel) war Schreibanregung und Startpunkt für dieses Gedicht.

Das Lied summte noch tagelang in mir... schließlich entstand in meinem Skizzenbuch das Bild.

 

Nach langer Pause bin ich zurück auf dem Blog, es gibt wieder ein Freitagsgedicht. Jetzt klopfe ich mir selbst auf die Schulter und freue mich, dass ihr da seid. Ohne Leser ist Schreiben nur halb so schön.

 


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Sommerpost Gruppe 14 - In voller Schönheit

Mailart Collage 1

Der Sommer der Collagenpost und der Traumreisen geht zu Ende. Es war ein guter Sommer! Ihr seht hier die Collagen aus meiner Gruppe 14. Oben seht ihr die Collagen von Evelyn, Claudia, Marga und Fine. 

Mailart Collage 2

Dies ist die zweite Hälfte, die Collagen von Karin, Beate, mir und Mechthild. 

Mailart alle Collagen

Eine schöne Sammlung! Am Anfang habe ich zu jeder Collage ein Gedicht geschrieben. Das war mir dann aufgrund meines neuen Lebens nicht mehr möglich ;)

Ich bin schon froh, dass ich jetzt diese Zusammenschau schaffe. Aber dazu verpflichtet mich die Tatsache, dass ich die Einzige in unserer bunten Gruppe mit Blog bin. 

Dieser Fakt spricht für die Diskussion von Michaela und Tabea... (Übrigens denke ich nicht daran, meinen Blog zu schließen. Ich hoffe, dass es hier bald wieder regelmäßiger etwas zu lesen gibt. Mir fehlen vor allem meine Freitagsgedichte. Geht es jemanden ebenso?)

 

Herzlichen Dank an Michaela und Tabea für die Organisation der Sommerpost! Danke an euch alle in meiner Gruppe und noch ein Danke für die Extrapost geht an Birgitt und Ghislana.


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Reise in die Vergangenheit - Traumreisen- Sommerpost 2018

Die ausgedruckten Fotos schon mit Sepia überzogen

Für die diesjährige Sommerpostaktion bin ich in die Vergangenheit gereist. Die Mailart-Aktionen denken sich Michaela Müller und Tabea Heinicker aus. (DANKE!) Diesmal sollten es 8 Collagen zum Thema Traumreise im Format 15 x 15 cm sein. Eigentlich wollte ich gar nicht mitmachen. Zuviel anderes hält mich gerade in Atem. Aber dann kamen mir die Fotoalben vom Flohmarkt in den Sinn, die darauf warteten, Materialgeber zu sein....

 

Die Ideen begannen zu sprudeln, die Gelantineplatte wollte ich benutzen und vielleicht noch einen Textheft machen. So meldete ich mich kurz vor knapp an und bekam den vorletzen Platz in der letzten Gruppe ;))) (Die eine tolle Gruppe ist!)

 

So sind meine Collagen entstanden:

Ich habe einzelne Fotos abfotografiert, ausgedruckt und mit Hilfe der Gelliplatte mit einer dünnen Schicht sehr hellen Gelbs - also fast Sepia überzogen.

Drei Alben aus der Flohmarktkiste  Fotoalbum
Die drei Fotoalben vom Flohmarkt, eines ist aus den 30er Jahren, die anderen von ca. 1960
Fotoalbum vier Bilder, das Päärchen im Liegestuhl habe ich verwendet
Das Bild mit dem Paar im Liegestuhl links unten habe ich verwendet
Alle Collagenpapiere entstanden auf der Gelantieplatte. Alles selbst gedruckt.
Alle Collagenpapiere entstanden auf der Gelantieplatte. Alles selbst gedruckt.
Dann ging es an den schönen Teil....
Dann ging es an den schönen Teil....
....das Collagieren.
....das Collagieren.
Zum Glück ist unser Wohnzimmertisch groß und geduldig.
Zum Glück ist unser Wohnzimmertisch groß und geduldig.
Meine Collagen 1-4
Meine Collagen 1-4
Meine Collagen 5-8
Meine Collagen 5-8
Ab geht die Post.
Ab geht die Post.

Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, was Traumreisen für die Generation meiner Großeltern bedeuteten. Dann gingen meine Überlegungen immer weiter. Das alles habe ich in einem Heft festgehalten, in dem auch alle Collagen abgebildet sind. Diese Hefte habe ich zusammen mit den Collagen verschickt.

Einige Hefte sind noch da. Wer eines haben möchte, schreibt mir bitte eine Postkarte. Im Austausch gibt es das Heft. Meine Adresse steht im Impressum.

 

Die Collagen aus meiner Gruppe 14 zeige ich in den nächsten Tagen. 

 

Mailart 2018 - Traumreisecollagen 


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Ich bin jetzt Lehrerin - mein August

mein august

 

Mein Leben ist jetzt ganz anders. Nachdem ich zwei Jahre von zu Hause aus gearbeitet habe, genieße ich meine neue Tätigkeit sehr. Echte Kollegen zum Austauschen und Schüler zum Anfassen. Wundervoll.

 

Es ist auch sehr anstrengend, weil alles neu ist, ich mir den Lehrstoff erarbeiten muss und die Gelassenheit noch nicht da ist. 

Doch im Rückblick auf meine ersten Wochen als Lehrerin kann ich sagen: es ist der richtige Weg für mich. Ich liebe es, die Freude am Lernen zu wecken und zu zeigen, dass Mathe Spaß machen kann...

 

Dieser Neubeginn hat meinen August dominiert. Daneben gab es einige Ausflüge, Sorgen wegen der anhaltenden Dürre, kreative Auszeiten, liebe Post von Tabea und die Freude an der Sommerpostaktion. Die bekommt einen extra Artikel. 

 

Diese Monatscollage geht mit vielen Grüßen an Birgitt

 


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