Kann ich umschalten - ich bin doch keine Maschine!

Manchmal sitze ich über einem Geschichtsbuch der Oberlausitz, vertiefe mich in die Zeit Karls des Vierten und mich überkommt Panik. Denn wenn ich jetzt umschalten müsste und mein momentanes Projekt weiterzeichen sollte – den Bauübersichtsplan der Engstelle in Xdorf – hätte ich mit meinem Blick aus dem Geschichtsbuch heraus keine Ahnung, wie ich das machen soll.

 

Am nächsten Morgen aber, im Büro, geht es ohne Zögern am Bauplan weiter. Ich kann also umschalten zwischen verschiedensten Welten. Obwohl ich ein Mensch und kein Apparat mit Schalter bin.

 

Trotzdem gibt es Dinge, die dieses Springen zwischen verschiedenen Schreibtischwelten erleichtern. Folgende sind mir eingefallen.

 

Nur Eine Sache zu einer Zeit machen – Baupläne wenn sie dran sind und Geschichte, wenn ich fernstudiere. Und möglichst auf eines konzentrieren

 

Daraus folgt aber ein Problem: Ideenblitze kommen aber sehr oft dann, wenn ich gerade anderen Welten bin. Wenn ich beispielsweise die Lösung für das Detail in der Brücke finde, während ich im Geschichtsbuch mit Karl dem Vierten flirte, dann schreibe ich mir das schnell auf eine Zettel und kann unbesorgt weiterflirten. Ich habe immer solche Zettel auf meinen Schreibtischen liegen, um Ideen von einer Welt in die andere tragen zu können.

 

Den Schreibtischwelten einen Platz geben – da habe ich es einfach, das Ingenieurbüro ist für das Bauwesen da, das heimische Arbeitszimmer für die Fernuni und der Alphasmart, mein heißgeliebter mobiler Schreibcomputer, für alles andere. Das Unterbewusstsein stellt sich mit der Umgebung auf den Gegenstand ein.

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Waelti (Donnerstag, 17 November 2011 10:42)

    Also den Flirt mit Karl dem Vierten lasse ich mal einfach so stehen. Frauen sind anders als Männer, soweit klar ;)

    Die Ideenblitze, die sich einfach so bei 'etwas ganz anderem' bemerkbar machen, diese Ideenblitze würde ich garniemalsnienicht als Problem bezeichnen. Schließlich können die Blitze, auch wenn sie zwischendurch ganz kurz stören, doch einer, ähm, 'nützlichen Verwendung zugeführt werden'. Oder so. Machst du ja auch so.

    Etwas Anleitung brauche ich mit deinem letzten Satz. Kurz: ich kann den Gedanken, den du beim Schreiben gedacht haben magst, nicht finden. (Ich habe echt verschiedene Kombinationen von Unterbewusstsein, Umgebung und Gegenstand durchgespielt.)

    Liebe Grüße

  • #2

    luciahenke (Donnerstag, 17 November 2011 10:59)

    Hallo Waelti,
    vielen Dank für dein Nachhaken. Ja ja, Frauen sind anders.

    Das Arbeiten an ganz verschiedenen Projekten empfinde ich produktiv. Gerade weil das ein Querdenken und Ideenblitze mit sich bringt. Störend ist nur, wenn ich mich davon ablenken lasse.

    Gut, mein letzter Satz: was habe ich da beim Schreiben gedacht: Mein Unterbewusstsein ist schon auf Bauplanung eingestellt, wenn ich im Baubüro bin. Es weiß, jetzt geht es gleich mit Karl dem Vierten weiter (heute ganz ohne Flirt, wir wollen ernsthaft arbeiten), wenn ich das Arbeitszimmer betrete. Mit dem kleinen Schreibcomputer Alphasmart in der Hand weiß mein Ich, jetzt geht es ums Kreative Schreiben. Wenn ich also meinen Schreibtischwelten einen Platz gebe, dann ist da schon mal eine Struktur vorbereitet.
    Ich gebe zu, es ist im Artikel verkürzt ausgedrückt. Verständlich finde ich es - wenn man den Absatz als ganzen sieht - trotzdem.

    Viele Grüße zurück.

  • #3

    Waelti (Donnerstag, 17 November 2011 11:52)

    Ja, so etwas - zum letzten Satz - hatte ich mir schon gedacht. Ganz einfach finde ich es trotzdem nicht ;)

    (http://www.geistesblitz.de/2008/der-fluch-des-wissens/ stark verkürzt. Im Original 'Made to Stick' gefällt's mir besser.)

    Na ja, die Querdenker! Mich hat auch mal ein Kollege darauf hingewiesen dass ein Zitat in meinem Blog zu kompliziert sei. Verstehe ich allerdings nicht, ist doch ganz einfach ->

    "Querdenken ist die Fähigkeit, in neuen und ungewohnten Situationen nicht einfach schematisch nach alten Mustern zu reagieren, sondern die spezifischen Eigenheiten und Chancen einer neuen Aufgabe zu erfassen und in origineller Weise zu nutzen, ohne sich vom Erwartungsdruck der Umgebung in alte Reaktionsweisen zurück zwingen zu lassen."

    LG :)