Mi
16
Mai
2012
Bei meiner Outdoorschreibtour ist es heraus gekommen: ich habe keinen Laptop. Ich schreibe auf einem AlphaSmart. Weil es Leute gibt, die mehr darüber wissen wollten, haben wir gestern eine nette Fotosession gehabt, der AlphaSmart und ich. Siehe oben. Jetzt möchte er unbedingt selbst zu Wort kommen:
Darf ich mich vorstellen: Alphasmart 3000. Sehr erfreut.
Erfunden wurde ich zum einfachen Lehren des Tastaturschreibens in den USA. Schreibliebhaber haben mich entdeckt, weil vieles an mir genial ist: mit mir kann überall geschrieben werden. Ich habe die Mobilität eines Laptops ohne seine langen Hochfahrzeiten. Mich kann man anmachen (; und sofort dort weiter schreiben, wo beim letzten Mal ausgeschaltet wurde. Meine Batterien halten schon seit einem Jahr, solange bin ich schon bei Lucia. Übrigens, besonders empfindlich bin ich nicht - Lucia sagt, ich sei sehr robust. Dann stopft sie mich in irgendeine Tasche und ist mit mir unterwegs.
Ablenkungen wie Surfen im Internet oder Emails lesen gibt es nicht.
Ich bin zum Schreiben da.
In meinen acht Dateien kann ziemlich viel gespeichert werden. Lucia hat auf mein Hinterteil einen Zettel geklebt, auf dem die Dateienbelegung steht - sie ist halt vergesslich. Übertragen werden die Dateien mit dem schicken silbernen USB-Kabel in ein geöffnetes Schreibprogramm.
Seit Lucia mich bei E*bay erstanden hat - nach einem Tipp in diesem Buch - schreibt sie viel mehr. Vor allem, wenn sie wild drauf loslegen will, nimmt sie mich zur Hand. Jetzt, beim Überarbeiten ihrer Abschlussarbeit, ist der große PC-Kollege oft praktischer. Ich habe keine Fußnoten oder Quellenverzeichnisse zu bieten. Mein Display umfasst vier Zeilen, der geschriebene Text wandert nach oben. Doch wenn sie freies Schreiben praktiziert, bin ich ihr bester Freund.
Viele Grüße an alle Blogleser und danke für die Aufmerksamkeit.
Schreiben ist sehr individuell: was bei mir richtig gut läuft, kann bei einem anderen zum Versiegen des Schreibflusses führen. Deshalb seht das Beispiel vom AlphaSmart bitte als Anregung, um selbst experimentierfreudig zu bleiben. (Denn als Kaufempfehlung kann ich diesen Artikel nicht gelten lassen. Dazu sind die Dinger, zumindest mit deutscher Tastatur momentan zu rar. Weiter Infos hier.)
Ich schreibe weiterhin sehr gerne mit der Hand, oder auf dem AlphaSmart oder an einem richtigen Computer. Im Grunde genommen ist das egal: Hauptsache, wir schreiben. Oder noch allgemeiner gesagt: Wichtig ist, das wir unsere eigenen Wege finden, die Kreativität in uns auszuleben.
Mo
14
Mai
2012
So, meine Perspektive wurde zurecht gerückt. Habe ich mich eingesperrt gefühlt in meiner Abschlussarbeit? Gefangen im Fernstudium?
In der aktuellen ZEIT campus ist ein Artikel über Kommolitonen von mir. Gefangene können an der FernUni Hagen studieren. Das ist eine Perspektive, die sich ihnen öffnet. In meinem Leben hat das Fernstudium eine ähnliche Funktion. Allerdings sind die Mauern, gegen die ich andenken muss, nur in meinem Kopf. Dies habe ich durch den Artikel gelernt.
Was halten wohl die Studierenden hinter Gittern von dem Slogan der FernUni: Studieren wo es am schönsten ist?
"Die Außenwand der
Justizvollzugsanstalt ist aus
Backstein und Beton,
1,3 Kilometer lang.
Mauern, gegen die man andenken muss, wenn
man im Gefängnis studiert."
ZEIT Campus Nr.3 Mai/Juni 2012 S.32
Do
10
Mai
2012
Dies ist eine Empfehlung, die Mobilität des Schreibens auszukosten.
Schreiben in Cafés - das liebe ich. Leider sind sie hier auf dem Land dünn gesät. Zum Glück ist Schreiben eine Sache, der man sich überall widmen kann. Auf Cafés sind wir nicht angewiesen.
Heute war mir das Wetter zu schön, um drinnen am Schreibtisch zu sitzen. Mit dem Fahrrad erreichte ich in kurzer Zeit diesen wunderbaren Schreibort: am Waldrand mit Blick ins weite Land.
Dort habe ich konzentriert, ohne Ablenkungen und unbeschwert gearbeitet. Das problematische Kapitel, das mir bisher nicht von der Hand gehen wollte, habe ich dort "geknackt".
Eine solche "Schreibtischwelt" zu haben, ist wunderbar.
Mi
09
Mai
2012
In meiner Familie gibt es viele Tischler. Die schwören darauf, Holz draußen ablagern zu lassen. Kein künstlich getrocknetes Holz kann es mit den Eichenbrettern aufnehmen, durch die vier Jahre lang der Wind gestrichen ist.
Texte soll man auch ablagern lassen. Schön wäre es, wenn sich dadurch die Qualität des Textes von selbst verbessert. Das Ablagern von Texten hilft nur dem Autor. Diese Hilfe ist wichtig. Das Ablagern von Geschriebenen ist unbedingt zu empfehlen. Mit zeitlichem Abstand kann ich den Text lesen, als ob er neu wäre. Als ob ich ihn noch nicht kennen würde.
Meine Abschlussarbeit habe ich als Rohtext ausgedruckt und ein paar Tage weg gelegt. Mir hat sie gar nicht gefehlt! Da aber die Zeit drängt, nahm ich sie mir nun wieder vor. Gefasst war ich auf Schlimmes, in meiner Erinnerung hatte ich einen holprigen lückenhaften Text. Überraschender Weise lesen sich viele Kapitel recht rund. Super. Ein Kapitel habe ich noch gar nicht fertig - das war mir bisher nicht klar. Nicht sehr überraschend ist es genau der Teil, der mich am wenigsten begeistert. Da werde ich jetzt weitermachen und es vollenden. Dann geht es an die Feinarbeiten und das Aufhübschen des gesamten Werkes ...
Mo
07
Mai
2012
Heike hat einen Artikel über Schreibtagebücher verfasst, die Schreibprojekte begleiten. Als Beispiel nennt sie meinen Blog, was mich sehr freut. Ihre Sicht auf mein Tun eröffnet mir ganz neue Perspektiven. Mir ist erst jetzt klar geworden, wie hilfreich es ist, sich selbst bei der Arbeit an Schreibprojekten mit Schreiben zu begleiten. Dabei praktiziere ich das schon lange.
Heike meint ganz zu Recht, das ich hier im Blog nur Teile meines Schreibjournals öffentlich führe. Heute gibt es eine Ausnahme.
Aus meinem Schreibtagebuch: 5.2.2011
Es wird nicht soviel, wie ich gern will.
Mit dem Verwenden von Idealvorstellungen ist es schwierig, die "reale" Stadtgeschichte zu ermitteln. Also interessant: das Selbstverständnis zu finden: wie erlebten die Zeitzeugen die Entwicklung. Wie sahen sie Stadt/Land.?
Das Buch zum Städtelob ist voller neuer Inspirationen. Das kann ich doch nicht so "nebenbei" lesen. Ne. Richtig intensiv.
Was hier in den Schreibtischwelten zu lesen ist, entsteht meist speziell für diesen Blog. Heute aber habe ich mein wissenschaftliches Journal, mein Schreibtagebuch mitgebracht. Das klingt hochtrabend, ich weiß. Es sind schnell per Hand heruntergeschriebene Zeilen, die ich auf losen Blättern sammle. Oben habe ich daraus zitiert. So sieht es aus, wenn ich mich auf schreibend mit mir selbst unterhalte. Ausdruck und Stil sind Nebensache. Wichtig ist mir, die Gedanken fließen zu lassen.
Bevor ich am Computer richtig loslege, schreibe ich (manchmal) einige Minuten auf Papier - das ist es dann schon, mein wissenschaftliches Journal.
Folgende Effekte sind mir dabei aufgefallen:
Do
03
Mai
2012
Eine Geschichte geht mir zur Zeit im Kopf herum: von dem Mann, der ganz großartig Bäume fällen konnte. Schnell und präzise arbeitete er mit seiner Axt. Er wollte gar nicht mehr aufhören. Die Axt wurde bald stumpf, doch er hatte keine Zeit, sie zu schärfen. Er wollte noch viel mehr Bäume fällen. So strengte er sich sehr an und schaffte immer weniger. Unzufriedenheit machte sich breit. Hektik und Verzweiflung. Immer noch fand er keine Ruhe, um die Axt zu schärfen.
Nachdem ich meinen Rohtext im Kasten habe, nehme ich mir die Freiheit, "meine Axt zu schärfen". Obwohl ich das Gefühl habe, weiter meine "Bäume fällen zu müssen", ist das jetzt dran. Auch hier im Blog wird bis Mitte nächster Woche Ruhe herrschen. Viele Grüße und bis dahin.
Mo
30
Apr
2012
Bis Ende April wollte ich den Rohtext fertig haben.
Habe ich dieses Etappenziel erreicht?
Nun, inzwischen habe ich 42 Seiten geschrieben. (40 Seiten brauche ich mindestens, 50 darf ich maximal haben)
In 149 Fußnoten verweise ich auf Quellen und Sekundärliteratur. (Oh Schreck.)
Es fehlt noch das letzte Kapitel mit dem Fazit.
Das werde ich aber im Zuge des Überarbeitens schreiben.
Also: es sieht alles noch recht holprig aus. Aber es kann als Rohtext durchgehen. Klasse.
In diesen Tagen stecke ich in den Vorbereitungen für ein Familienfest. Es ist ein sehr angenehmes Gefühl, wenn die Abschlussarbeit nicht die erste Priorität hat. Eine ungewohnte Leichtigkeit macht sich breit ...
Do
26
Apr
2012
Wenn ich über die Oberlausitz schreibe, fällt das in die Kategorie ÜBERLAUSITZ.
Originell. Leider ist es nicht meine Erfindung. Jemand hat es an einen Brückenpfeiler geschrieben.
Überlausitz. Ob es als Keyword taugt, ist fraglich. Tippt man es ein, fragt Goog*le "Meinten Sie Oberlausitz?"
Das meine ich fast immer.
Mi
25
Apr
2012
$
Jemand, der wusste, das ich ein paar Tage Urlaub gemacht hatte, um an der Abschlussarbeit zu werkeln, fragte gestern:
"Und? Fertig geworden?"
Darauf hatte ich gar keine Antwort.
Ich hätte sagen sollen: "Klar. Ich mache es so wie Guttenberg."
Es ist anscheinend schwer zu begreifen, wieviel Zeit und intensives Schreiben gebraucht werden, um ein gutes Ergebnis zu erzielen. Immerhin gibt es einige Kriterien zu erfüllen.
Meine Befürchtung: Arbeit am Schreibtisch sieht nicht aus wie Arbeit.
Di
24
Apr
2012
Den Schreibtisch gegen ein Rednerpult zu tauschen, ist prickelnd. Nun bin ich zurück und mache neuen Mutes weiter.
Ich war bei, wie treuen Lesern bekannt ist, bei dieser Tagung Es gab eine neben vielen Vorträgen eine Führung durch das Haus. In dieser Bibliothek stehen zu dürfen, fühlte sich erhaben an. Mein kleine Schreibtischwelt weiß sich eingebunden in die Jahrhunderte der Wissenschaftlichen Arbeit.
Fr
20
Apr
2012
"Wie schaffst du das alles nur?" werde ich oft gefragt. Nun, ich schaffe nicht ALLES und erst recht nicht alles auf einmal. Vielleicht sieht es fantastisch aus, zu arbeiten, eine Familie zu haben und eine Abschlussarbeit zu schreiben.
Es ist eine Gratwanderung.
Mein Ziel, Ende April den Rohtext fertig zu haben, möchte ich erreichen. Das schaffe ich nur, wenn ich etwas anderes weg lassen kann. Die Lösung war, für einige Tage Urlaub zu nehmen. Ohne Baubüro habe ich ungestörte Vormittage für die Abschlussarbeit. Ungestört sind sie nur, wenn es mir gelingt, den Haushalt, den Garten und die abgrundtiefe Müdigkeit zu ignorieren.
Wie schaffe ich das alles? Irgendwie.
Di
17
Apr
2012
Wie läuft es denn so mit der Abschlussarbeit?
Hmm. Letzte Woche waren die ersten drei von den insgesamt sechs Monaten herum.
Halbzeit also. Was war das für ein Gefühl?
Ein Bergfest ohne Gipfelglück.
Warum?
Momentan geht es mir zu langsam voran. Bis Ende April möchte ich den Rohtext fertig haben. Da liegt noch viel Arbeit vor mir.
Aber es ist doch schon einiges geschafft.
Sicher. Manchmal staune ich selbst, wieviel schon geschrieben ist.
Trotzdem hast du Bedenken?
Vielleicht belastet mich nur das Gefühl, in diese Arbeit eingesperrt zu sein. Das Wissen: ich MUSS da jetzt durch. Egal, wie es mir geht und wozu ich Lust habe. Bestimmt rührt mein Fernweh von dort her...
Kannst du dagegen was tun? Einen kleinen Ausflug vielleicht?
Ja, am Wochenende werde ich in Görlitz sein. Damit bleibe ich zwar brav im Landkreis! Aber auf diese Tagung freue ich mich sehr.
Wie ich sehe, wirst du dich dort thematisch einbringen.
Ja. Mit einem Vortrag, der einen Teil meiner Abschlussarbeit vorstellt. Darauf bin ich gespannt: von Etwas berichten, womit ich mich bisher meist allein beschäftigt habe. Noch dazu vor Leuten, für die Geschichte etwas Faszinierendes ist.
So wie für Dich?
Ja, ich liebe diese Reisen in die Vergangenheit. Wichtig ist mir aber auch, hier in der Gegenwart daran anzuknüpfen...
Nochmal zur Ausgangsfrage: Wie läuft es mit der Abschussarbeit?
Wenn sich die (angst)schweißtreibenden Aspekte nicht zu wichtig machen, läuft es gut. Denn eine solche Arbeit zu schreiben ist ja genau das, was ich gern tue.
Dieses Interview führte ich mit mir selbst.
Wirkung: erhellend und motivierend.
Sprich: das ist eine empfehlenswerte Methode,
wenn alles wie festgefahren scheint.
Mo
16
Apr
2012
Vor ein paar Tagen streifte ich durchs Dorf. Um den Kopf frei zu bekommen.
Dabei machte ich dieses Bild. So weiss wie Mozarella, so rot wie Tomate und so grün wie Basilikum...
Die Farben erinnern an die Italienische Flagge oder an die Ungarische. Dabei ist es "nur" Strahwalde.
Mein Fernweh beeinflusst meinen Blick.
Fr
13
Apr
2012
Obwohl es sich oft so anfühlt, wenn ich am Schreibtisch sitze, vergraben ins Schreiben, heldenhaft in meinem Alleinkämpfertum.
Mein Schreibtisch ist keine Insel, auf der ich einsam mit meiner Abschlussarbeit ringe.
Ohne die Mitarbeit, die Hilfe und die Unterstützung vieler Menschen wäre mein Arbeiten gar nicht möglich. Gerade in den letzten Wochen habe ich das wieder erfahren können. Ich machte die glückliche Erkenntnis, dass ich zwar meinen Teil tun muss, aber nicht allein bin. Folgende Helfer „stehen hinter mir“, wenn ich am Schreibtisch sitze:
Mein Schreibtisch ist keine Insel – zum Glück.
Mi
11
Apr
2012
Sie haben aufwändig und exotisch gekocht und fragen nun in die Tischrunde, wie es schmeckt: „Interessant“ lautet die Antwort. Fühlen Sie sich geschmeichelt? Oder merken sie, dass nett formuliert wurde anstatt die Wahrheit zu sagen?
Formulieren ist eine Kunst für sich...
Kerstin Hoffmann hat mit einer Blogparade zum Jahr der ungewöhnlichen Formulierungen aufgerufen.
Eine ungewöhnliche Formulierung ist für mich keine umständliche Formulierung. Gut formulierte Texte entstehen, wenn wir versuchen, unsere Aussage so genau und so einfach wie möglich zu treffen.
Ungewöhnliche Formulierungen zu schreiben ist im Grund sehr einfach: wir brauchen nur die gewöhnlichen Formulierungen weg zu lassen und bessere zu finden!
Um das zu verdeutlichen, schauen wir uns das Wort interessant an. Wenn etwas so ist, das wir mehr darüber wissen möchten, wenn unser Interesse geweckt ist, dann ist es der ursprünglichen Bedeutung nach interessant.
Heute ist dieses interessant zu einem Etikett geworden, das auf fast alles passt und auch auf fast alles geklebt wird. Der interessante Geschmack, den unsere Gäste beim Essen bemerkt haben, ist ein seltener, kreativer Umgang mit diesem Adjektiv.
Jedes Mal, wenn dieses Etikett interessant in unserem Text auftaucht, überlegen wir, welches Synonym von interessant die Sache besser trifft. Sie werden staunen, wieviele Synonyme es gibt. Bei der Suche helfen diverse Seiten im Netz oder das eigene Textverarbeitungsprogramm.
Wenn unter den vorgeschlagenen Synonymen nicht das zu finden ist, was wir ausdrücken möchten, dann dürfen wir sicher sein, das interessant die Sache auf keinen Fall trifft.
Oft können wir auf das Adjektiv komplett verzichten. Jeder versteht:
Ungewöhnlich Formulieren: sensibel sein für Worte, die irgendwie passen und interessant klingen. Diese Wort-Etiketten gilt es, zu vermeiden nach treffenderen Worten zu suchen.
Das heißt; ein wenig mehr Mühe beim Überarbeiten aufwenden. Die Qualität des Textes wird zunehmen. Der Leser wird es uns danken.
Anstatt lediglich interessant zu schreiben können wir hinreißend formulieren.
Lucia Henke
Di
10
Apr
2012
"Ob übrigens das Buch so leicht zu schreiben gewesen, als sichs nunmehr möchte lesen lassen, stelle eines jeden vernünfftiger Erwegung anheim, der vielleicht jemahln in dergleichen Arbeit einen Versuch gethan, und erfahren hat, wie viel Schwürigkeit oftmahls eine einzige Jahr-Zahl oder Nahmen zu verursachen fähig ist."
Johann Benedict Carpzov im Vorwort seines Buches über die Geschichte Zittaus, 1716 ("Analecta Fastorum Zittaviensium oder Historischer Schauplatz der... Stadt Zittau")
Do
05
Apr
2012
Aufschieben, Prokrastination, Erledigungsblockade, Aufschiebeverhalten, Handlungsaufschub...
...dieses Kind hat viele Namen. Statt an der Abschlussarbeit zu schreiben, schiebt es gern andere Tätigkeiten vor, die viel lieber erledigt werden wollen. Klassische wären ja: Bügelwäsche erledigen, Fenster putzen, Spüle polieren. Danach steht mir nicht der Sinn, so nötig es auch wäre. Mich locken kreativere Tätigkeiten. Pinsel und Farbe waren mir kürzlich lieber als Tastatur und Fachbuch. Bitteschön: hier ist das Ergebnis.
Das Aufschieben hat es gerissen angefangen. Denn was dabei heraus gekommen ist, stellt kein verglücktes Osterei oder einen Topflappen dar. Es ist eine bunte Version des alten Stadtplanes von Zittau.
Somit bin ich beim Thema meiner Abschlussarbeit geblieben. Man sollte sich schließlich kreativ mit den Aspekten auseinander setzten. Oder?
Mo
02
Apr
2012
Mit großer Selbstverständlichkeit bewege ich mich zwischen den Jahren 1255 und 1755. Manchmal zögere ich beim Schreiben eines aktuellen Datums: 2012 – kann das möglich sein?
Sprich: ich verliere beim Schreiben meiner Abschlussarbeit nach und nach die Bodenhaftung im realen Leben. Das vierzehnte Jahrhundert beschäftigt mich mehr als das Einundzwanzigste. Geerdet werde ich dann durch Zeitangaben wie diese:
„Schon lange vor der Euro-Einführung schrieb er seine ersten Bücher“
Wie alles begann und weiter ging, ist im Blogarchiv zu lesen. Ab Januar 2012.
Dies ist ein Selbstversuch.
Ich schreibe meine Bachelorarbeit für die Fernuniversität in Hagen. Dazu habe ich sechs Monate Zeit und darf nicht mehr als 50 Seiten Text liefern. Abgabetermin ist der 12.7.2012.
Ein solches Projekt am Schreibtisch durchziehen - neben dem Job , der Familie und anderen "Zeitvertreibern"?
Ob es läuft, sehen Sie hier.
Ich bin gespannt.
Lucia Henke
Woche 17:
Weiterschreiben, und wenns draußen ist.
Woche 16:
Urlaub von der Abschlussarbeit
Woche 15:
Urlaub für die Abschlussarbeit
Woche 14:
Fernweh und Angstschweiß
Woche 13:
Bergfest ohne Gipfelglück
Woche 12:
kreative Ablenkungen
Woche 11:
Bewegung für Körper und Geist
Woche 10:
systematisch weiterschreiben
Woche 9:
Der Rohbau ist fertig.
Woche 8:
Schwierigkeiten, wieder reinzukommen
Woche 7:
Abgelenkt vom Büroumzug
Woche 6:
Winterferienpause
Woche 5:
Kreativitätsgedanken
Woche 4:
Zwischenbilanz: zufriedenstellend
Woche3:
Experimente mit der Zeit
Woche 2:
Schweinehunde und das Scheitern
Woche 1:
Anfangseuphorie und akutes Fernweh