Was man nicht kaufen kann,
würde ich auf den Wunschzettel schreiben.
Frieden vor allem
würde ich drauf schreiben-
Doch was sollte das bringen?
Wer sollte den bringen?
Der liebe Gott, der Weihnachtsmann?
Weil das also sinnlos ist,
würde ich nichts mehr schreiben.
Wunschzettel hätten sich
für mich erledigt.
Weißt du, was ich mir wünsche?
Dass ich trotzdem
hoffen kann.
Was mich über leben lässt,
werde ich auf den Wunschzettel schreiben.
Hoffnung vor allem
werde ich drauf schreiben.
ich stelle mich vor
und stell mir dabei vor
eines tages muss ich mich
nicht mehr verstellen
dann stehe ich zu mir
und meinem scheitern
ich stell mir vor
dass scheitern dann
kein scheitern mehr ist
sondern wachstum
Ein halbes Jahr herrschte Schweigen auf diesem Blog.
Nun habe ich das Gefühl, mich neu vorstellen zu müssen.
Was war los?
Der Traumjob als Lehrerin hat sich als Falle erwiesen. Ich habe es nicht mehr geschafft.
Jetzt, im neuen Schuljahr, probiere ich es noch einmal. Mit weniger Stunden.
Was war los? Ich habe in diesen Monaten viel geschrieben. Nur für mich. Meine Kreativität hat mir durch die Täler geholfen. Es ist an der Zeit, hier davon zu erzählen.
Was mir Hilfe war, will ich teilen.
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zerstörte häuser
zerbombt schwarz kaputt
auf @zelenskiy-official
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ein helles esszimmer
mit großem holztisch
auf @solebich
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Die Oberlausitzfahne hat die gleichen Farben wie die ukrainische Flagge. Das wusste und mochte ich schon immer, jetzt mag ich es noch mehr.
Meine Schule geht in den Notbetrieb. Viele Infektionen unter den Kindern. Viele kranke Lehrkräfte. Die Schule bleibt offen, wer will, kann sein Kind schicken. Wer kann, soll es zu Hause behalten. (Jetzt, Ende März, halten wir es schon die dritte Woche so.)
Eine Geburtstagsfeier. Corona ist Thema. Die hohen Spritpreise sind Thema. Vom Krieg wollen wir heute nicht reden. Es ist Geburtstag.
Meine Heimatstadt Herrnhut feiert dieses Jahr 300-jähriges Gründungsjubiläum. Ich werde als Historikerin meinen Senf dazu geben. (Bei einem Vortrag im Mai.) Momentan bin ich noch am Forschen. (Zur Jubiläums- und Erinnerungskultur) Die Konzentration auf die Vergangenheit wird immer mehr zu meiner Insel in dieser bedrückenden Gegenwart.
Im März jährt sich der Beginn der Erkrankung meines Sohnes. Inzwischen sind es 19 Jahre. Erst war er sehr krank, dann chronisch krank, dadurch kam es zu einer Behinderung. 19 Jahre. Eigentlich brauche ich mich nicht zu fragen, warum ich so erschöpft bin.
Meine Tante aus Thüringen bringt uns zwei Flaschen Rapsöl mit.
Aus irgendeinem Grund geht Malen und Zeichnen gerade besser als Schreiben.
Nico, erste Klasse, fragt, was wir Großen uns wünschen würden. Von der guten Fee. Wenn wir zwei Wünsche frei hätten. Und sagt auch gleich, was es bei ihm wäre: „Als erstes würde ich Corona abschaffen. Und als zweites würde ich den Krieg abschaffen.“
Mir ist so kalt trotz Himbeertee.
Die Wintersonne liebt den Schnee.
Der Eiswind singt schon wieder.
Und auch die Amsel:
Frühlingslieder.
Zurzeit blogge ich so oft, dass ich jedes mal beim Betreten meiner Schreibtischwelten mein Passwort zurück setzen muss. Weil ich es über die lange Zwischenzeit vergessen habe!
Mein Vorsatz für 2022 war: mindestens einmal im Monat bloggen.
Schon im Januar ist es knapp damit geworden.
Das lag am Januar - ihr wollt es gar nicht wissen. Was in den Schulen los ist, wie sehr wir alle nicht mehr können, wie die Kraft fehlt.
Deshalb ist dieses Gedicht ein Sieg! Mein Widerstand. Die Umstände haben mich nicht gänzlich aufgefressen.
Und die Hoffnung, die Hoffnung ist noch da.
Schreiben und andere kreative Wege durch den Tag
Schreiben,
sich selbst verlieren,
auf kreativen Wegen
durchs Leben gehen,
Inspirationen sammeln,
sich wieder finden.
