Morgenseiten

Setz dich am Morgen hin und schreibe einfach 3 Seiten per Hand voll.

Was soll das bringen?

Muss alles etwas bringen?

 

Morgenseiten zu schreiben ist ein kreatives Werkzeug, das Julia Cameron entwickelt hat. Es ist kein Tagebuchschreiben sonderen eher ein Folgen des eigenen Bewusstseinsstromes. Hier und hier findet sich Ausführlicheres darüber.

 

Morgenseiten habe ich vor einer Weile geschrieben, es dann gelassen und letzte Woche wieder damit begonnen. Einfach so.

 

Am Morgen drei A4 große Seiten per Hand mit meinem Gedankenstrom zu füllen, fühlt sich für mich gerade sehr befreiend an. Alles was nervt oder unklar ist, kann ich hier abladen. Danach gehe ich mit deutlich leichterem Gepäck in den Tag. Die Morgenseiten sind aber nicht nur eine Schutthalde. Aufs schreibende Fragen gibt es auch Antworten. Meist dann, wenn ich mich warm geschrieben habe.

 

Morgenseiten sind also nicht folgenlos, auch wenn sie nicht vordergründig etwas bringen. Problematisch werden sie aber, wenn sie mit einem konkreten Ziel im Kopf geschrieben werden.

Ich genieße momentan die reine Schreib-Zeit, die ich mir für sie nehme. Luxuröse und zweckfreie 20 Minuten. Nichts soll vorgezeigt oder gar veröffentlich werden. Ich bin frei, ich selbst zu sein, ohne etwas bringen zu müssen. Genau das brauche ich jetzt.

 

Hat jemand Ähnliches probiert? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

 

 

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 3
  • #1

    Tabea Heinicker (Dienstag, 26 März 2013 18:49)

    so gehts mir manchmal mit dem zeichnen. früher habe ich einfach alles niedergeschrieben oder gemalt. heute versuche ich da anders mit umzugehen. weil die 20 tagebücher, die dann niemand lesen soll, empfand ich als belastung. auch wenn es erst mal schön war, dies und das rauszulassen. aber dann steht es da, so ungefiltert.

    so versuche ich meinen innenkram zu übersetzen, während ich ihn aufs papier lasse. für mich ist das perfekt und wirkt konstruktiver auf mein befinden. zudem ist es reizvoll. man hat am ende was in die welt gesetzt, das vielleicht sogar anderen was erzählt. es ist irgendwie verpackt und verwandelt.

    zudem gibt es bei mir listen. ein traum. alles drauf. immer mal wieder hinschaun, was durchstreichen, was ergänzen, was erledigen, was doch nicht erledigen ... sortiert mich fein.

    interessantes thema ...

    liebe grüße . tabea

  • #2

    Lucia (Mittwoch, 27 März 2013 09:34)

    Vielen Dank für deine Einblicke, Tabea.

    Die Kunst liegt vielleicht darin, das für sich passende Werkzeug zu finden, mit dem aus Innenkram Kreatives entsteht? Das ist eine Entwicklung, jedenfalls bei mir. Heute so und morgen wieder anders.

    Bei mir sind es also momentan die Morgenseiten, neben anderen Dingen. Deine Listen gefallen mir gut, das werde ich ausprobieren.

    Viele Grüße von Lucia

  • #3

    jahreszeitenbriefe (Mittwoch, 03 April 2013 16:55)

    Schau an, da finde ich die Tabea auch hier... Ich mache mal dies und mal das... Morgenseiten habe ich als sogenanntes automatic writing manchmal gemacht, wenn schreibend gar nichts ging..., viele Notizen und Zettelwirtschaften angelegt, das mache ich immer noch. Das Tagebuchschreiben ist ein wenig im Blogschreiben aufgegangen, das ist schlecht für die Dinge, die keine Öffentlichkeit vertragen und die man trotzdem ausdrücken möchte, das tue ich mehr und mehr kreativ, meist mit Collagen... Dann gibt es noch ein paar kleine Auftragssachen, an denen ich herumbastele bis zur letzten Minute, mit viel Glück sind sie dann "reif"... Interessante Seite bei dir! Lieben Gruß Ghislana